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Mailand
Marathon
11.04.2010

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Italien

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Nachdem der Mailand Marathon in unseren Osterurlaub in der Lombardei fiel, war es selbstverständlich, dass ich mich hierfür gemeldet habe. Nachdem die Veranstaltung bisher im Herbst stattfand, und 2009 komplett ausfiel, wurde der Mailand Marathon 2010 am 11. April ausgetragen. Noch deutlich die monatelange Vorbereitung bei Minustemperaturen und geschlossener Schneedecke vor Orte, gab es berechtigte Hoffnungen auf frühlings- bis sommerliche Bedingungen zu dieser Veranstaltung. Nachdem die ganze Woche Sonne und Temperaturen bis 20 °C herrschten, brach das Wetter zum Veranstaltungstag ein. Die Sonne zeigte sich nicht mehr, dafür kam Wind auf. Da im Anschluss an den Marathon die Heimreise mit Frau und Kindern anstand, war aufgrund des langen Anfahrtsweges, verbunden mit der Zeitigen Startzeit von 9:20 Uhr, frühes Aufstehen (gegen 6:00 Uhr) angesagt. 1Stunde PKW-Anfahrt mit dem Auto zum Park & Ride, dann 45 Minuten Metro-Fahrt zu letzen Station der Metro 1, die Sonntags früh auch nicht ganz so häufig fuhr, schließlich lag der Start auch noch vorhergesagt 15 Minuten von der Endstation entfernt.

Einen ersten Eindruck, was einen erwartete, bekam man nach Verlassen der U-Bahn-Endstation am Messegelände, auf dem Weg zum Start. Dieser fiel entgegen der Mitteilung der Veranstalter (15 Minuten) mit 20-25 Minuten deutlich länger aus, wodurch inklusive des notwendigen Toilettenganges und der Abgabe des Kleidersackes auf die LKWs sich das Eintreffen am Start für viele Läufer (mich eingeschlossen) als zeitlich knappe Angelegenheit erwies, wobei sich der ständige Gegenwind bei einstelligen morgendlichen Temperaturen zudem als unangenehm erwies. Da es sich beim Mailand Marathon um eine Punkt zu Punkte Strecke handelt, war klar, wenn man zu Anfang Gegenwind hatte, dann blies einem zum Großteil der Strecke der Wind ins Gesicht. Zu Beginn machte dies noch nicht so viel aus, lief man doch im Pulk der Läufer eher im Windschatten. Doch die Aussicht, weitgehend durch Gegenwind gebremst zu werden, grenzten die Hoffnungen auf Bestzeiten ein. Die späte Ankunft am Start machte sich zunächst dadurch bemerkbar, dass ich die Zugläufer mit den 4:00 h Luftballons, anschließend jene mit den 3:45 h Luftballons und im weiteren Verlauf auch jene mit den 3:30 h Luftballons überholte. Von Platz 1734 nach der 10 km Zeitmessung konnte ich mich im Ziel auf Rang 781 vorarbeiten, bei etwa 3600 Startern des Marathons.

So geschah es dann auch, dass ich mit jedem Kilometer Zeit verlor, zumal ich bei km 9 eine zusätzliche Pinkelpause einlegen musste. Die 5km-Durchgangszeiten betrugen 24:55 (5 km), 24:54 (10 km), 23:44 (15km, hier gab es durch die Umrundung des Hippodroms zumindest zeitweise Rückenwind), 23:40 (km 20). Die Hälfte der Strecke durchlief ich in 1:42:30, da hatte ich zu meiner persönlichen Bestzeit 2 Wochen zuvor in Freiburg bereits 2,5 Minuten verloren. Nun hieß es, die Ziele neu zu stecken, vielleicht ließe sich eine Zeit unter 3:25 h erreichen. Neben den Zähen Vorankommen, war auch der Anfang des Marathons optisch wenig attraktiv. Vom Messegelände aus ging es zunächst durch Industriegebiete und Vororte, das Angenehmste war noch der Parco di Trenno mit viel Grün. Als erstes Highlight erwies sich der Sportpark San Siro mit dem Hippodrom, in dem die größte Pferdestatue der Welt stand, erbaut nach einer Vorlage von Leonardo da Vinci. Und auch am Stadion Giuseppe Meazza liefen wir vorbei, indem ich eine Woche zuvor mit meinem Sohn Inter gegen Bologna gewinnen sah. Am selben Nachmittag liefen die Profis von Milan gegen Catania auf, doch am Vormittag waren wir die Hauptsehenswürdigkeit hier. Dass man sich dem Zentrum näherte, erkannte man an den breiter werdenden Ausfallstraßen und dichter werdenden Häuserreihen.

Die Hälfte war geschafft, als die Läufer auf die Strecke der Halbmarathonis liefen. Diese starteten zu einem Zeitpunkt, als ich bereits im Ziel war. Von nun an liefen wir einen Rundkurs und würden da wieder ankommen, wo wir uns befanden, nämlich am Castello Sforzesco. Viel wichtiger war jedoch die Hoffnung, das sich Gegen- und Rückenwind ab nun die Waage halten sollten, gefühlsmäßig sogar der Wind her von hinten kam. Nach 23 km am Giardini Pubblici bogen die Läufer vom Rundkurs in Richtung Piazza della Duomo ab. Hier im öffentlichen Stadtpark hatte ich meine Familie im Naturwissenschaftlichen Museum geparkt. In diesem Teil war die Stimmung am intensivsten, da man sich im Herzen der Stadt befand. Einmal um den Dom-Platz herum, mit herrlichen Blicken auf den Mailänder Dom (hier hatte ich mich Tage zuvor auf den sonnigen Terrassen des Dom-Daches gesonnt) ging es auf gleichem Wege zurück auf den Ring. Die Teilnehmer befanden sich nun bei km 27. Die ganz großen Sehenswürdigkeiten, die sich auf der Strecke befanden hatte man nun gesehen, nimmt man das Kastell im Zieleinlauf mal heraus. Dafür konnte man sich nun auf das Laufen konzentrieren, was sich bei mir aufgrund des erfreulichen Renntempos infolge des nun herrschenden Rückenwindes als angenehme Angelegenheit erwies.

Unerwartet bekam ich leise Hoffnung, dass ich doch wieder im Bereich meiner persönlichen Bestzeit landen könnte, sofern ich dieses Tempo halten konnte, aber irgendwann musste auch der Rückenwind bei diesem Rundkurs enden. Bei km 30 war er noch da, und bei km 35 auch noch. Die 5km – Durchgangszeiten klangen nahezu abenteuerlich, zumindest verglichen mit dem Starttempo: 23:50 (bei km 25, hier war noch der Dom im Weg), 23:25 (bei km 30), 23:01 (bei km 35) und schließlich 23:24 (bei km 40). Wie viel hier auf Rückenwind zurückzuführen ist, und wie viel auf die zweite Luft, weiß ich nicht, jedenfalls überholte ich auf den letzten 12 Kilometern 250 Mitkonkurrenten, und konnte meine persönliche Bestzeit letztlich um knapp 90 Sekunden auf 3:20:52 h hochschrauben.

Glücklich im Ziel nahm ich Finisher - Medaille und wärmende Alu-Folie entgegen. Leider tauchte in der Endergebnis-Liste meine Brutto- auch als Nettozeit auf, doch auf Rückfrage korrigierte man dies. Nach einer Stärkung galt es nun, die Familie einzusammeln und die Heimreise anzutreten, die letztlich länger dauern sollte, als mein Marathon. Als Sieger konnte sich Jafred Chirchir Kipchumba aus Kenia in 2:09:15 vor seinem Landsmann Charles Kamathi (2:11:24) und dem Äthiopier Teferi Balcha Kebede (2:11:35) feiern lassen. An den Zeiten der Topläufern ließen sich die widrigen Wetterverhältnisse dann doch festmachen, war für mich aber nahe liegender weise zweitrangig. Man darf sich gar nicht ausdenken, bei welcher Zeit ich hätte landen können, wenn nicht am Anfang der stete Gegenwind geherrscht hätte.

Axel Vehreschild

 

 

Punkte

Bewertung

Anmeldung

8

Anmeldung über Internet problemlos möglich, zusätzlich ist ein ärztliches Atest einzureichen, welches die benötigte Fitness für den Marthon bestätigt. Zum Abholen der Startunterlagen musste ich selbst am Donnerstag vor dem Lauf 20 Minuten anstehen.

Organisation

8

Der Lauf selbst war einwandfrei organisiert, lediglich der Planungen vor dem Start erwiesen sich als nur eingeschränkt planbar, zudem musste ich die Nettozeit nachtragen lassen..

Wegstrecke

8

Alles flach, überall Asphalt, allerdings speziell um das Zentrum zahlreiche, querende Straßenbahnschienen mit umgebenden, groben Pflastersteinen, vereinzalt auch größere Schlaglöcher und zu überbrückende Bordsteine.

Attraktivität

6

Für die Schönheiten der Stadt sollte man sich die Tage um den Marathon reservieren, da man während des Rennens nur einen Teil hiervon sieht. Es fehlt z.B. die Scala, St. Ambrogio, Santa Maria della Grazie (mit Da Vincis Abendmahl oder die Galleria Vittorio Emanuele.

Schnelligkeit

10

Persönliche Bestzeit trotz Gegenwind, hier kann ich nur die Höchstnote verteilen

Verpflegung

8

Reichlich Auswahl an Verpflegung gab es, allerdings wurde Wasser in Halbliter Flaschen gereicht, und auch eine Ortung, wo man was erhalten konnte, viel nicht leicht. Zu Anfang hat des Rennens hatten die Helfer zudem Probleme, die Tische zeitig aufzufüllen.

Zuschauer

4

Eher enttäuschend, abgesehen vom Piazza dello Duomo und dem Zielbereich war es doch ziemlch ruhig, es gab auch wenig Stellen an denen Musik erklang, einem City Marathon nicht wirklich würdig.

Preise

8

Für 40 Euro Startgeld gab es ein Funktionsshirt, eine Finishermedaille ein Urkunde zum Ausdrucken, sowie ein Veranstaltungsheft mit allen wichtigen Informationen

Internet-Seite

6

Informationen in englisch oder deutsch waren spärlich, aber auch Bilder und Berichte vom Marathon oder News gab es kaum, alles wurde spärlich gehalten.

Teilnehmer

8

Der Marathon wurde getrennt von allen übrigen Läufen gestartet, aufgrund der hohen Starterzahl war trotz der breiten Straßen zu Anfang nihct immer freier Laufen möglich, gerade in der Nähe der Zugläufer war es voll.

Gesamt

72

 

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