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Linzer
Altstadt
Marathon
31.07.2010

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Austria

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Zu einer Marathon Veranstaltung der besonderen Art lud der Linzer Triathlonclub TriRun am 31. Juli 2010 ein. Zum 10 jährigen Bestehen des Vereins wurde der 1. Linzer Altstadtmarathon ausgetragen. Dieser Wettkampf konnte wirklich als Stadtmarathon bezeichnet werden, lief man doch über Hauptplatz, Alten Markt und Landhausplatz, und dies 70 Runden lang. Jede Runde sollte 600 Meter betragen, um in Summe die Marathondistanz zurück zu legen.

Erfreulicherweise traf ich hier auf meinen Marathon-Kollegen Hartmann Stampfer aus Südtirol (siehe auch Foto), der, genauso wie ich, 2002 sein Marathon-Debüt in Bozen gab. Allerdings hat Hartmann mittlerweile die dreifache Menge von Marathons auf seinem Konto (www.stampfer.org).

Die Beschreibung des Streckenverlaufes fällt auch entsprechend überschaubar aus. Gestartet wurde am Alten Markt, am Ende der Hahnengasse. Hier lief man nun entlang der „Altstadt“ auf das Landhaus zu, 1658 fertiggestellt und heute Sitz des Oberösterreichischen Landtages. Am Landhausplatz wurde abgebogen in die Klosterstraße in Richtung Linzer Hauptplatz, dem zentralen Ort der Stadt., mit Blick auf den Alten Dom, erbaut zwischen 1669 und 1678. Anton Bruckner arbeitet hier einige Zeit als Domorganist.

Der Hauptplatz mit über 13.000 Quadratmetern Fläche bei einer Länge von 219 Metern gehört zu den Größten in Österreich. Herausragende Gebäude sind neben dem Alten Rathaus (1659 barockisiert), in dem bis heute der Linzer Bürgermeister seinen Sitz hat, die Dreifaltigkeitssäule, 1716-1723 erbaut, und 20m hoch. Hier stand zuvor der Pranger.

Der Marathon umkurvte auf dem Hauptplatz den 1686 errichteten Neptunbrunnen und bog schließlich, nach Passieren der Dreifaltigkeitssäule, in die Hofgasse ein. Hier ging es nun bergauf in Richtung Alter Markt, zurück zum Start und Ziel- Bereich. Nun war die erste Runde absolviert, und es folgten weitere 69 für die Marathon-Läufer, 34 für die Halbmarathon-Starter und noch 9 für die 6km Volksläufer.

Sämtliche ca. 250 Teilnehmer starteten zeitgleich kurz nach 16.00 Uhr, durch einen Kanonenschlag auf die Strecke geschickt. Mit 25 °C war es recht warm, doch die Häuserfassaden boten zu dieser Tageszeit reichlich Schatten, so dass man selten direkte Sonneneinstrahlung hatte. Auch das Kopfsteinpflaster erwies sich als nicht so unangenehm, wie zunächst befürchtet, obgleich ich zwei- bis dreimal ins Straucheln geriet. Jedes Mal anstrengend war auch die Steigung vor dem Zieldurchlauf, die zwar jeweils nur etwa 5 Höhenmeter betrug, insgesamt aber 70 Mal zu bewältigen war.

Das Rennen war natürlich ein ständiges Überholen und überholt werden, speziell die Staffeln sprinteten mit hohem Tempo an den Langstreckenläufern vorbei. Nach etwa 10 Runden lichtete sich das Feld zum ersten Mal, nach 35 Runden fand eine weitere Reduzierung des Teilnehmerfeldes statt, nun waren lediglich die etwa 30 Marathon-Teilnehmer, sowie einige 3er und 5er Staffeln auf der Strecke. Trotzdem wurde der Lauf nicht eintönig, da immer Läufer vor oder hinter einem waren, und auch zahlreiche Zuschauer den Wettkampf begleiteten.

Die Wettkampfleitung hielt die Teilnehmer immer über den aktuellen Stand der Runden auf dem Laufenden, so dass jeder im Bilde über seine persönliche Wettkampf-Situation war. So drehten die Läufer Runde für Runde zum avisierten Ziel. Schnell wurde aufgrund der überraschend guten Rundenzeiten klar, dass die angegebene Rundenlänge von 600 Meter nicht der Realität entsprach. Schade eigentlich, hätte ich mich doch auf dem Weg zu einem persönlichen Rekord befunden, da meine Rundenzeiten zunächst regelmäßig bei 2:40 Minuten lagen, und ich mein Ziel, mit 3 Minuten pro Runde bei 3:30 Stunden einzulaufen, deutlich unterbieten würde.

Über mangelnde Erfrischungen konnte man sich nicht beschweren, war doch alle 600 Meter (bei Start und Ziel) ein Verpflegungsstand. Da konnte man sich auch über die interessierten Zuschauer am Streckenrand mit Eiswaffeln oder Weizenbier in der Hand hinwegtrösten. Lediglich die fehlende Möglichkeit, eine Toilette aufzusuchen, machte mir zunächst Sorgen, doch glücklicherweise ergab sich keine Notwendigkeit.

Die maxfitness-Herrenstaffel, bestehend aus 10 Läufern blieb mit 1:53:19 unter der Zweistunden-Marke und damit unter dem Weltrekord von Haile Gebrselassie (2:03:59). Nach 2:16:08 Stunden stoppte die Uhr für die maxfitness-Damenstaffel und blieb ebenfalls unter dem Marathon-Weltrekord von Paula Radcliffe (2:17:18). Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch 20 Runden zu bewältigen.

Trotz des durchgehenden Kopfsteinpflasters und dem knackigen Aufstieges am Hofberg finishte Reinhold Potoschnig als erster Einzelläufer des Marathons in 2:40:32 mit einem Vorsprung von 5 Runden auf den nachfolgenden Markus Kirschner und mehr als 10 Runden auf den Dritten Harald Wurm. Bei den Damen erreichte Alexandra Heiml in 3:28:59 als Erste von insgesamt 3 Teilnehmerinnen das Ziel.

Die Zielzeiten muss man ein wenig relativieren, da die Runde keine 600m betrug, sondern lediglich (mit Stadtplan nachgemessene) 570m Meter. In Summe legten die Marathonläufer also insgesamt glatte 40 Kilometer zurück, statt der notwendigen 42,2 km. Ich erreichte das Ziel in 3:13:58, obgleich ich 100 Meter vor dem Ziel am Fuße des Hofberges einen Krampf im rechten Oberschenkel bekam und 15 Sekunden einbüßte. Doch der Ansporn, unter 3:14 h zu bleiben ließ sich nach kurzer Dehnphase noch verwirklichen, und so beendete ich als Sechster den Marathon. Würde man noch 10 Minuten für die fehlenden 2 Kilometer zu Volldistanz hinzurechnen, so lässt sich die Leistung als ordentlich beurteilen, allerdings weiß ich nicht, wie sich mein rechter Oberschenkel bei zusätzlichen 3-4 Runden verhalten hätte.

Im Ziel angekommen, wurde man dann unter anderem mit Leberkäs-Brötchen und Apfelkuchen belohnt und Möglichkeiten zu weiteren Stärkungen in Form von Eiswaffeln, Weizenbier oder ähnlichem boten sich im Altstadtviertel auch reichlich.

Axel Vehreschild

 

 

Punkte

Bewertung

Anmeldung

9

Über Internet problemlos und vor Ort nur kurzes Anstehen beim Abholen der Startunterlagen. Ich musste meine geplante STartnummer 1 leider abgeben, da diese letzlich anderweitig reserviert waren.

Organisation

5

Vieles war für die Premiere in Ordnung, manches sollte aber bei Wiederholungen noch verbessert werden, wie die ungenaue Streckenvermessung (570m statt der prognostizierten 600 m) oder fehlende Toiletten und Duschen auf bzw. an der Strecke.

Wegstrecke

4

Natürlich musste die zentrale Lage des Marathons mit dem historischen Bodenbelag “bezahlt” werden. Das Kopfsteinpflaster war noch harmlos doch letzlich lief manetwa 30 km über diesen Untergrund.

Attraktivität

6

Im ZEntrum gab es einige Sehenswürdigkeiten zu sehen.Speziell der Hauptplatz und das Landhaus sind zentrale Sehenswürdigkeiten der Stadt, aber Linz hat auch mehr zu bieten als die 600 m des Rundkurses

Schnelligkeit

5

Durch das Kopfsteinpfaster und die 70malige kurze Steigung vor dem Ziel war die Strecke nicht ganz schnell, die fehlende 2 km machten eine Rekordjagd aber eh zunichte.

Verpflegung

5

Durch die 600m Runde konnte man sich 70 Mal Verpflegung bedienen, und zwar jedes Mal, wenn man das Ziel überquerte. Zum Schluss fehlte es jedoch an Bananen, dafür gab es im Ziel Brötchen mit Leberkäse oder Kuchen.

Zuschauer

4

Die Zuschauer an den Cafes, Eis-Dielen, Kneipen oder Retsaurant waren eher neugierige Zuschauer als dass es Unterstützung und Anfeuerung gab. 

Preise

6

Für 42 Euro gab es ein Tasche, Sponsoren-Präsente, sowie eine Finisher-Medaille

Internet-Seite

3

Viel mehr als den Flyer gab es nicht über das Internet. Viele Infos, wie Streckenführung oder Zeitmessung waren nur vage.

Teilnehmer

8

Ob am Anfang mit allen Teilnehmern (Staffeln, 10 Runden, HM und Marathon) oder zum Schluss, als nur noch die Marathon-Teilnehmer unterwegs waren, aufgrund der kurzen Runden warebn immer Läufer vor oder hinter einem, ohne das es eng wurde.

Gesamt

55

 

Linz Strecke

Linz-Start

Linz-Axel1

Linz-Axel4

Linz-Axel2

Linz-Axel3

Linz-Sieger

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