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Jaarbeurs Utrecht
Marathon
13.04.2009

Utrecht-Logo

Niederlande

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Nachdem ich drei Wochen zuvor meine persönliche Bestzeit beim Halbmarathon eingestellt hatte, machte ich mir Hoffnungen, auch beim Marathon in Utrecht etwas reißen zu können. Allerdings nahm der Verbrauch von Papiertüchern am Tag vor dem Rennen signifikant zu, sollte sich da ein Schnupfen anbahnen? Da läuft man krankheitsfrei durch den eiskalten und schneereichen Winter und dann erwischt es einen bei Temperaturen um 20 °C?

Jedenfalls war ich nicht sicher, wieweit der Schnupfen mein Leistungsvermögen beeinträchtigte. Die nächste Überraschung gab es bei der Startnummernausgabe. Zwar war ich vorangemeldet, allerdings wurde meine Startgebühr nicht eingezogen, eigentlich unüblich bei internationalen Marathons. Glücklicherweise bekam ich die 24 Euro zusammen.

Nachdem die Anfahrt am Ostermontag bei Nebel erfolgte, starteten wir alle im Sonnenschein. Dies war zum vergangenen Jahr eine deutliche Verbesserung, da viel Ostern auf Anfang März, und die Teilnehmer liefen bei Schneefall. Dies war heuer nicht zu erwarten.

Der Start erfolgte um 10.30 Uhr, da waren die Temperaturen schon bei etwas 15°C. Die Teilnehmerzahl des 42 km betrug etwa 800. Hauptsponsor war Jaarbeurs, die Messegesellschaft von Utrecht. Aus diesem Grund fand der Start auf dem Messegelände statt, wie auch die Läufermesse.

Zunächst liefen die Teilnehmer in Richtung der Utrechter Innenstadt, wobei das historische Zentrum mit seinem sehenswerten Dom nicht durchlaufen wurde. Stattdessen konnte man sich mit einer anderen allgegenwärtigen Eigenheit des Ortes vertraut machen, und zwar den Utrechter Grachten. Mehr als die Hälfte des Marathons lief man neben Wasserstraßen. Die ersten 10 Kilometer bestanden aus einer Wendepunktstrecke in die Innenstadt. So konnte ich bei km 4,5 die Spitzengruppe genießen, die bereits 7 km zurückgelegt hatte.

Nach exakt 10 Kilometern durchlief man wieder das Start-Tor des Messegeländes. Nun ging es Richtung der Utrechter Vororte De Meern und Vleuten. Zunächst überquerte man den Rhein, anschließend lief man unter der Autobahn A2 hindurch. Hier machte sich auch eine unangenehme Wetterbegebenheit bemerkbar, und zwar der Gegenwind.

Bisher machte sich meine gute Form auch in den Zwischenzeiten bemerkbar. Die 5km-Durchgangszeiten betrugen 23:31 / 23:54 / 23:53 / 24:17 / 24:50 / 24:32. Und die Strecke ab dem km 30 war primär mit Rückenwind zu durchlaufen.

Ab km 15 liefen wir entlang des Altrheins, begleitet von einer Rock-Liveband auf einem Holzboot. Zunächst ging es 2,5 km Richtung Westen, dann auf der anderen Seite des Altrheines dieselbe Strecke in Richtung Westen, bevor man sich entlang von Ackern und durch den Ort Vleuten etwas ländlicher zeigt. Hier macht sich der Gegenwind am stärksten bemerkbar, so dass ich mich in einer Laufgruppe aufhielt, um nicht ganz so stark gebremst zu werden.

Ab km 28 drehte man Richtung Utrecht und hatte folglich den ersehnten Rückenwind. Also ging ich aus dem Windschatten heraus um verlorene Zeit gutzumachen. Dieser Streckenabschnitt war nicht sonderlich attraktiv, aber sehr schnell, da flach und asphaltiert.

Man folgte wieder dem Altrhein-Arm und erreichte bei km 32 bekanntes Terrain. Diesen Abschnitt durchlief man nun zum dritten Mal, nun Richtung Osten, anschließend wurde gewendet und es ging 2,5 km zurück, und schließlich auf der gegenüberliegenden Altrheinseite endgültig dem Ziel entgegen. Nun waren es noch 4 km.

Unter die Autobahn A2, über den Rhein, und noch ein Paar weitere Kurven, dann erreichte die Läufer abschließend das Messegelände, wo sie nach 42.195 Metern die Ziellinie überquerten. Als schnellster schaffte dies der Kenianer William Kepchumba in 2:09:41 Stunden bei den Männern und seine Landsfrau Lydya Kurgat in 2:34:28 (Gesamtrang 16).

Ich konnte schließlich auf Rang 128 ins Ziel einlaufen, mit einer Endzeit von 3:26:53, womit ich meine persönliche Bestzeit von 2004 (Frankfurt Marathon) um eine gute Minute unterbot. Insgesamt erreichten 525 Teilnehmer das Ziel. Zum Schluss hin konnte ich das Tempo der ersten 30 km nicht halten, meine letzten 5km-Durchgangszeiten betrugen 25:07 (35 km) und 25:52 (40 km). Während ich für die erste Hälfte noch mit 1:40:59 auskam, benötigte ich für den zweiten Streckenabschnitt dann 1:45:54, aber schließlich reichte das Polster doch zum persönlichen Rekord.

Axel Vehreschild

 

Punkte

Bewertung

Anmeldung

8

Anmeldung über Internet funktionierte einwandfrei, Abholung der Unterlagen problemlos, Bezahlung war für mich als Ausländer allerdings nur vor Ort möglich. Das Startgeld von 24 Euro ist für einen Stadtmarathon natürlich ein Schnäppchen.

Organisation

10

Von der Anmeldung, über die Streckensicherung bis zur Verpfleung, Zeitmessung und Zielbetreuung, es gab nichts zu monieren.

Wegstrecke

10

Alles Asphalt entlang der Grachten, ansonsten meist als Fahrradweg genutzt, und da man historische Stadtteile mied, gab es auch keinerlei Kopfsteinpflaster oder enge Gassen mit Unebenheiten.

Attraktivität

3

Bei diesem Marathon hat man die Gewichtung deutlich auf die Schnelligkeit der Strecke gelegt, der Streckenverlauf zeigt weder die historischer Bedeutung von Utrecht, noch läßt Sie allzu Große Nähe zur Natur erkennen.

Schnelligkeit

9

Komplett eben, sieht man von der Rheinbrück mal ab, und alles asphaltiert. Ledglich die häufigen Wendepunkte unterbrechen den Laufrhytmhus immer wieder

Verpflegung

7

Regelmäßig (alle 5km Verpflegung wie Wasser oder Iso aus Beckern, sowie später auch (Bananen), sowie immer wieder auch Schwämme zur Kühlung, allerdings hätte die Kennzeichnung der Stellen besser sein können.

Zuschauer

8

Für einen Marathon in einer mittelgroßen Stadt erstaunlich hohes Zuschauerinteresse und zahlreiche Anfeuerungen, hier hat sicherlich der Feiertag und das hervorragende Osterwetter mit zu beigetragen. Immer wieder gab es auch Musikuntermalung.

Preise

4

Hinsichtlich des konkurrenzlos günstigen Startgeldes durfte man keine großen Mengen an Preisen und Erinnerungen erwarten, so gab es lediglich eine Finisher-Medaille, ein Funktions-Shirt wäre gegen Aufpreis erhältlich gewesen.

Internet-Seite

4

Für eine Veranstaltung von 3000 Teilnehmern (inklusive Halb- und Viertelmarathon) eher dürftig aufgebaut, gerade Bilder und Berichte sind Mangelware, allerdings gab es regelmäßige Newsletter.

Teilnehmer

8

Da alle Veranstaltungen zeitversetzt starteten, war die Marathon-Läufer direkt unter sich, durch Startzoneneinteilung gab es keinerlei Gedränge bei den etwa 700 Teilnehmer und doch lief man nie alleine.

Gesamt

71

 

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