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Barcelona
Marathon
02.03.2009

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Spanien

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Der Start in die Laufsaison 2009 erfolgte bei mir mit dem Barcelona Marathon am 01. März. Da ich die Strecke bereits aus dem Vorjahr kannte, wusste ich, was mich an diesem Tag erwartete. Zumindest das Wetter in Katalonien hat unseren deutschen, meteorologischen Verhältnissen einiges Voraus, während ich im Schwabenland seit Monaten bei Temperaturen unter Null über Eis oder durch Schnee und Matsch laufe, ist es hier trocken bei 10 bis 15 °C.

Die Abholung der Unterlagen erfolgte am Samstag, wobei die Veranstalter die interessante Neuerung aufnahmen, ein Schild mit Startnummer und ein Schild mit dem Vornamen des Läufers zu verteilen, welches auf dem Rücken getragen werden konnte. Allerdings wurde die Idee von den Zuschauern nicht durch Zurufe des Vornamens aufgenommen. Wer zeitig in Barcelona weilte, konnte in der Früh am Breakfastrun teilnehmen, und in das Olympiastadion einlaufen.

Zum Start am Sonntag versammelten sich rund 10.000 Teilnehmer auf dem Gelände des Placa de Espanya zwischen dem Nationalmuseum und den Venezianischen Türmen. Der Start erfolgte zeitig um 08.30 Uhr, um diese Zeit war es noch ein wenig frisch. Zunächst lauschte man noch zu den Stimmen von Montserrat Caballe und Freddie Mercury, welche die Hymne der Stadt erstmals zu den olympischen Spielen 1992 sangen.

Zunächst ging es die lange Avenuda Sants entlang, die leicht aber stetig bergauf führte, weshalb man auch schnell auf Betriebstemperatur kam. Diese wurde allerdings durch einsetzenden Nieselregen gleich wieder gedrosselt. Da war ich aus dem vergangenen Jahr noch besseres gewohnt, ich sollte heuer auf den Einsatz der kühlenden, mit Wasser aufgequollenen Schwämme verzichten. Nach Umrundung der Heimstätte des CF Barcelona, den 98.000 Zuschauer fassenden Stadion „Nou Camp“, ging es über diverse Seitenstraßen wieder zurück an den Ausgangspunkt, dem Placa de Espanya, vorbei an der derzeit renovierten Stierkampfarena.

Nun folgte der attraktivste Teil der Strecke, zunächst vorbei am Placa Catalunya und anschließend über den Passeig de Gracia, wo Valentino und Armani ihre Erzeugnisse ausstellen. Hier stehen auch zwei von Antoni Gaudi gefertigte Gebäude, die Casa Batllo und die Casa Mila. Wenig später bekommt man auch Gaudi berühmtestes Bauwerk, die Sagrada Familia zu Gesicht, Europas wohl berühmteste Baustelle, welche sich mit jedem Marathon in Barcelona anders präsentiert. Wir befinden uns nun bei km 18, und die Strecke folgt nun der Meridian, einer Ausfallstraße Richtung Nordwesten.

Nachdem der Start vom Tempo her aufgrund der hohen Teilnehmerzahl etwas zäh verlief, gelang es mir dann doch, einen gleichmäßigen Schnitt von 5 Minuten pro Kilometer einzuschlagen. Meine 5km - Durchlaufzeiten lauten wie folgt: 26:06 / 24:36 / 25:13 / 24:39.

Hier nimmt nun auch die Zuschauerresonanz ab, und die „Venga, Venga“ Rufe werden seltener. Einige Zeit läuft man parallel zur Autobahn, nur getrennt durch eine Lärmschutzwand. Zwei markante Punkte in diesem Abschnitt bis km 30 sind die Pont de Calatrava und der Torre Agbar, ein Riesenphallus, der nachts in diversen Farben erleuchtet. Dafür gibt es zwei Wendepunkte, einen bei km 20 und einen bei km 27,5, der es einem ermöglich, die vor einem platzierten Läufer, sowie die Pacemaker mit ihren beschrifteten Ballons zu begutachten (leider nicht einzuholen).

Bei km 30 erreichte man am Forum das Mittelmeer. Nun begann man sich auch geographisch dem Ziel zu nähern. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr wehte einem kein frischer Wind ins Gesicht, so dass man nicht großartig Zeit zu verlieren drohte. Vorbei an den Zwillingstürmen des Ports Olimpic durchlief man bei km 35 den Arc de Triomphe, eines der vielen im Zuge des Weltausstellung 1888 oder 1929 erbauten Gebäude. Hier ist auch der 24 Jahre alte irische Lehrer Colin Dunne dieses Jahr mit Herzinfarkt zusammengebrochen und verstorben, ein weiterer Todesfall während der zahlreichen Stadtmarathons heuer.

Für mich kam 2008 am Arc de Triomphe der Einbruch, der 2 km vor dem Ziel in einem Wadenkrampf gipfelte. In diesem Jahr fühlte ich mich allerdings deutlich besser, und ich konnte das angeschlagene Tempo weiter halten. Die Attraktivität der Strecke nahm nun wieder zu. Erneut vorbei am Placa Catalunya durchlief die Marathonteilnehmer nun das Gotische Viertel, den ältesten Teil der Stadt mit seiner Kathedrale, der heute zum großen Teil autofreier Bereich ist. Nun noch ein Stück über die Ramblas und vorbei am Denkmal des Christoph Kolumbus, der allerdings auf Mittelmeer zeigt, und nicht nach Amerika.

Abschließend musste man noch 2 ½ km laufend überstehen, ehe man am Placa de Espanya das Ziel durchlaufen konnte und seine Medaille umgehangen bekam. Das Wetter hatte sich auch gebessert, zwar keine Sonne, aber doch zumindest trocken. Nachdem ich mein Tempo nahezu gleichmäßig bis ins Ziel halten konnte, lief ich schließlich in 3:32:08 h über die Ziellinie. Meine weiteren 5km-Durchgangszeiten lagen bei: 24:18 / 25:01 / 25:18 / 25:35. Der Kenianer Johnstone Chebii benötigte für dieselbe Strecke lediglich 2:14:01 h, und auch die beste Frau, Tadejech Debre Zeit aus Äthiopien war mit 2:39:40 vermutlich schon längst geduscht. Letztendlich war ich, obgleich 5 Minuten schneller als im vergangenen Jahr, 64 Plätze weiter hinten platziert, was jedoch primär an der gestiegenen Teilnehmerzahl lag.

Axel Vehreschild

 

Punkte

Bewertung

Anmeldung

8

Anmeldung über Internet funktionierte im Gegensatz zu 2008 einwandfrei, Abholung der Unterlagen inklusive Chip-Check Problemlos. Das Startgeld von 45 Euro (statt 40 Euro 2008) ist für eine deutliche Preissteigerung

Organisation

10

Von der Anmeldung, über die Streckensicherung bis zur Verpfleung, Zeitmessung und Zielbetreuung, es gab nichts zu monieren.

Wegstrecke

8

Breite Boulevards, meist ausgezeichnete Wegdecke, lediglich einige ausgesuchte Teile,wie  gröberes Pflaster im gotischen Viertel sind etwas schlechter. Auch der feuchte Ausphalt ist bei den Gefällen und z.B. den Gullideckeln nicht ganz gefahrlos

Attraktivität

10

Alle bedeutendn Sehenswürdigkeiten ( Sagrada Familia, Torre Agbar, Gthic Barri, Nou Camp, Olympisches Dorf, Passeig de Gracia, Kolumbus-Statue etc.) der Metropole wurden in die Strecke integriert und auch die Aufteilung ist gelungen, die Attraktionen wurden über die gesamte Strecke verteilt.

Schnelligkeit

8

Ganz eben ist die Strecke nicht, flache langezogene Anstiege auf der Carrer de Sants und der Passeig de Gracia von etwa je 40 Höhenmeter kosten Zeit und der Wind an der Küste kann auch bemerkenswert sein.

Verpflegung

8

Sehr regelmäßig (alle 5km Verpflegung wie Wasser aus Flaschen oder Iso, später auch Früchte und Nüsse)), sowie versetzt (7,5 ; 12,5 etc.) Schwämme zur Kühlung, allerdings hätte die Kennzeichnung der Stellen besser sein können.

Zuschauer

5

Abgesehen von den Knotenpunkten (Placa d’Espana, Arc de Triomf oder Passeig de Gracia) war es recht ruhig, (das änderten auch die 4-5 Bands entlang der Strecke nicht). Die Startzeit und das Wetter haben sicherlich viele von der Besichtigung des Marathons abgehalten.

Preise

7

Funktionsshirt, Medaille, Transport-Sack und etwas Sponsoren-Verpflegung, für 45 Euro ist das ordentlich.

Internet-Seite

8

Grafisch sehr anspruchsvoll, aber immernoch unübersichtlich. Wenig Fotos von der Veranstaltung, dafür jedoch zahlreiche Videos von den einzelnen ChampionChip - Zeitkontrollen.

Teilnehmer

8

Etwa 10.000 Starter, aber die fast durchgängig breiten Boulevards geben dies her. Ein Gedränge an Start schon auf, löst sich aber schnell auch aufgrund der konsequenten Kontrolle der Einteilung in den Startzonen auf.

Gesamt

80

 

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