BlurMetalLb3

Barcelona
Marathon
02.03.2008

barca-logo

Spanien

BlurMetalLc3

Nachdem die Möglichkeit bestand, preiswert nach Barcelona zu fliegen, habe ich mich dazu entschlossen, einen Flug mit dem hiesigen Marathon zu verbinden, somit war ich am 02.03. in Barcelona. Der Barcelona Marathon hatte lange Zeit keinen guten Ruf, doch seit 2006 hat er sich zu einer Top-Veranstaltung entwickelt, da die Organisatoren auch die Vorteile der Stadt in dieses Event einbinden.

Untergekommen war ich in der Jugendherberge Pere Torres, das Zimmer teilte ich mir mit 5 Laufbegeisterten Franzosen aus Embrun. Während ich mir den Nachmittag vor dem Marathon das Estadio Nou Camp des CF Barcelona (nahe der Jugendherberge) anschaute, legten die französischen Kollegen noch eine Trainingseinheit ein. Außerdem organisierten sie das Frühstück des kommenden Morgen (Milch, Joghurt, Müsli, Brot und Aufschnitt), während ich auf das Herbergs-Frühstück vertraute, welches allerdings erst ab 7:30 Uhr morgens ausgegeben wurde, was bei einem Start um 8:30 Uhr sich zeitlich nicht ausgeht. So begnügte ich mich mit Reistalern eines Sponsors und einer vom Vortag übriggebliebenen Birne begnügte.

Der Startschuss fiel pünktlich um 8:30 am Placa d'Espanya. Begleitet von Freddy Mercurys und Montserrat Caballes Ode an die Stadt liefen bei 10 ºC und strahlend durch die beiden Nachbildungen des Campanile auf dem Markusplatz von Venedig.

Zunächst ging es die Carrer de Sants leicht Bergauf, ehe man einmal um das Estadio Nou Camp lief , ehe man, vorbei am Park Joan Miro, mit der mehrere Meter hohen Keramik-Plastik "Frau mit Vogel" des Meisters, wieder am Placa d'Espanya ankam. Hier hatte man nun die ersten 10 Kilometer absolviert.

Weiter ging es auf der vierspurigen Hauptstrasse Gran Via de les Corts Catalanes, ehe man in die Passeig del Gracia einbiegt, der Haupteinkaufsstrasse Barcelonas. Hier begegnen einem auch einigen Gebäude des bedeutendsten spanischen Architekten, Antonio Gaudi. Man hat auch reichlich Zeit, diese zu bestaunen, ist das Lauftempo aufgrund der leichten Steigung doch etwas geringer.

Kilometer 14, 15 und 16 läuft man in gebührenden Abstand um Gaudis Hauptwerk und Barcelona bedeutendste Attraktion herum, nämlich der eigenwillige Kirchenbau Sagrada Familie, seit 130 Jahren eine Baustelle, aber immerhin sind mittlerweile 8 der geplanten 11 Türme fertig (die drei höchsten fehlen aber noch).

Nun wird es etwas ruhiger, lediglich unterbrochen von einer Mischung aus Reporter und DJ, welcher in einem Tempo die Teilnehmer unterhielt, welches eigentlich nicht längere Zeit durchzuhalten war, oder er war nach der Veranstaltung fertiger als ich. Nach der Pont de Calatrava, schrie mir eine ca. 10 köpfige Frauensippe heftigst ins rechte Ohr. Vermutlich war der Teilnehmer hinter mir ein naher Verwandter. Die Taubheit legte sich aber schnell wieder, so dass ich auch die zahlreichen „Venga, Venga“- Rufe vernehmen konnte.

Auf der Carrer de Mallorca war Halbzeit. Meine Durchgangszeiten waren sehr gleichmäßig (5 km: 25,36 / 24:14 / 25:22 / 24:47), was ich bergauf verlor, ließ sich bergab wieder gut machen. Die kommenden 10 km waren wenig spektakulär, meist durch Banken- und Industrieviertel, hinzu kam, dass Abschnitte auf der Avenuda Diagonal doppelt (mit Wendepunkt) zu durchlaufen waren. Zu erwähnen ist lediglich der Placa de les Glories Catalanes, mit einem eigenwilligen Bürogebäude (Torre Agbar), welches Assoziationen zu intimen Körperteilen zulässt.

Bei km 30 beginnt das große Finale, was die Attraktionen anbelangt. Die Läufer haben das Mittelmeer erreicht, eine leichte Brise weht uns entgegen. Während zur linken Seite nur Wasser (inklusive des olympischen Hafens) zu sichten ist, steht auf der rechten Seite der Strecke das olympische Dorf der Austragung von 1992. Damals gewann Hwang Young-Cho Gold (das Konterfei ziert meine Medaille vom Berlin Marathon 2006) und der deutsche Stephan Freigang wurde Dritter! Später laufen wir am Zoologischen Garten und Parc de la Ciutadella vorbei, ehe man bei km 35 durch den Arc de Triomf (erbaut zur Weltausstellung 1888) läuft.

Nachdem meine Durchlaufzeiten (alle 5 km war auch eine Messmatte des ChampionChip) weiterhin konstant blieben ( 5km: 24:55 / 25:11 / 25:30), spürte ich nun, dass es nicht mehr im gleichen Tempo weiter ging. Auch für die verbleibenden Sehenswürdigkeiten, den Placa de Catalunya, die Altstadt (Barri Gotic) mit seiner Kathedrale und das 60m hohe Kolumbus-Denkmal fehlte mir nun die Muße.

Der körperliche Verfall des Marathon-Finales ( km 36-40: 28:18) gipfelte in einem Wadenkrampf kurz nach km 40. Ein bisschen Eigenmassage, 90 Sekunden Pause, und dann ging es doch wieder, und zwar ohne weitere gesundheitliche Beschwerden bis ins Ziel, welches ich nach 3:37:01 erreichte, auf Rang 2637 von knapp 7600 Finishern, das klingt gar nicht so schlecht. Etwas ernüchternd war, dass alle meine französischen Mitbewohner mindestens 10 Minuten vor mir ins Ziel kamen, der schnellst bei 3:08 Stunden. Die Sieger bei den Herren kam, wie üblich aus Kenia. Bei den Männer gewann Hosea Kosgei in 2:14:42. Den Rest meines Barcelona-Aufenthaltes habe ich dazu genutzt, die Sehenswürdigkeiten noch mal ganz in Ruhe zu Begutachten.

 

Axel Vehreschild

barca-Leiste

 

Punkte

Bewertung

Anmeldung

7

Anmeldung über Internet funktionierte erst nach diversebn Fahlversuchen, Abholung der Unterlagen inklusive Chip-Check Problemlos. Das Startgeld von 40 Euro ist frü eine Veranstaltung dieser Größenordnung preiswert.

Organisation

10

Von der Anmeldung, über die Streckensicherung bis zur Verpfleung, Zeitmessung und Zielbetreuung, es gab nichts zu monieren.

Wegstrecke

9

Breite Boulevards, meist ausgezeichnete Wegdecke, lediglich einige ausgesuchte Teile, wie Sandpfad am Arc de Triomphe oder gröberes Pflaster im gotischen Viertel sind etwas schlechter.

Attraktivität

10

Alle bedeutendn Sehenswürdigkeiten ( Sagrada Familia, Torre Agbar, Gthic Barri, Nou Camp, Olympisches Dorf, Passeig de Gracia, Kolumbus-Statue etc.) der Metropole wurden in die Strecke integriert und auch die Aufteilung ist gelungen, die Attraktionen wurden über die gesamte Strecke verteilt.

Schnelligkeit

8

Ganz eben ist die Strecke nicht, flache langezogene Anstiege auf der Carrer de Sants und der Passeig de Gracia von etwa je 40 Höhenmeter kosten Zeit und der Wind an der Küste ist auch bemerkenswert.

Verpflegung

8

Sehr regelmäßig (alle 5km Verpflegung wie Wasser aus Flaschen oder Iso, später auch Früchte und Kekse)), sowie versetzt (7,5 ; 12,5 etc.) Schwämme zur Kühlung, allerdings hätte die Kennzeichnung der Stellen besser sein können.

Zuschauer

5

Abgesehen von den Knotenpunkten (Placa d’Espana, Arc de Triomf oder Passeig de Gracia) war es recht ruhig, (das änderten auch die 4-5 Bands entlang der Strecke nicht) vielleicht ist eine Startzeit Sonntag, 8.30 Uhr für dem Einheimischen auch etwas früh.

Preise

8

Funktionsshirt, Medaille, Transport-Shirt und etwas Sponsoren-Verpflegung, für 40 Euro richtig ordentlich.

Internet-Seite

5

Grafische sehr anspruchsvoll, aber dennoch ziemlich unübersichtlich und mit einem News-Bereich, der den Namen nicht verdient.

Teilnehmer

8

Mehr als 7900 Starter, aber die fast durchgängig breiten Boulevards geben dies her. Ein Gedränge kommt quasi nciht auf, auch aufgrund der konsequenten Kontrolle der Einteilung in den Startzonen.

Gesamt

78

 

barca-Strecke

Barcelona1

Barcelona2

Barcelona3

Barca-Start1

Barca-Sieger

Barca-Axel1

Barca-Axel2
button_Home
button_Mar
button_Veh
button_Lks
Butt-eMail

Axel Vehreschild

button_Eur
Link-Runner
Link-Runner
Butt-Banner
WetterOnline
Das Wetter für
Bad Ditzenbach
Mehr auf wetteronline.de