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Der 22. Juni 2008 war nicht nur der nahezu längste Tag des Jahres, sondern auch der bisher heißeste. Zudem war es der Tag des EM-Halbfinales zwischen Italien und Spanien (die Niederlande hatten sich am Vorabend verabschiedet). Diesen Tag hatte ich mir für meinen Marathon im französischen Elsass ausgesucht. Es sollte der Marathon Vignoble d’Alsace werden, übersetzt mit Marathon der elsässischen Weinberge. Zunächst wurde das medizinische Gutachten (zwingend notwendig für französische Laufveranstaltungen) gegen die Startunterlagen eingetauscht. Anschließend schnürten wir den Kleidersack, da Start- und Zielort differierten. Kurz vor dem Start in Dorlisheim fuhr eine 2CV (Citroen Ente) Kolonne an den Fahrern vorbei. Die Wetterprognosen kündigten bis zu 35 °C für den Bereich Breisgau an, und zum Startschuss um 08:30 Uhr waren wir davon gar nicht mehr soweit entfernt. Insgesamt machten sich über 400 Marathonis auf die Strecke, viele mit Verkleidung, was hinsichtlich der zu erwartenden Temperaturen zur Herausforderung werden dürfte. Zunächst erreichte man Mutzig, dann Molsheim, wo sich letztlich auch das Ziel befand. In allen Orten boten traditionell gekleidete Einheimische hiesige Weine und sonstige Spezialitäten an, wovon ich hinsichtlich der zu erwarteten Temperaturen und der noch bevorstehenden Strecke Abstand nahm. Weiter ging es über Dachstein, Egersheim nach Scharrachbergheim. In Scharrachbergheim hatten die Marathon-Läufer die Hälfte der Distanz überstanden, während die Melder der 21km hier erst in Aktion traten. Unterwegs fuhren zahlreiche Busse mit Starter dieser Distanz an uns vorbei. Mit einer Durchgangszeit von 1:53 h zur Hälfte (5km-Durchgangszeiten: 26:23 / 26:10 / 26:06 / 28:09), kam ich dem Start zum Halbmarathon um 7 Minuten zuvor, womit mich das Schicksal ereilte, dass ich in der zweiten Hälfte des Rennen fast ausschließlich überholt wurde. Die Strecke wurde nun welliger, zudem gab es einige giftige Anstiege, der heftigste bei km 33. Auch die Streckenbeschaffenheit nahm ab, lief man doch zunehmend über Wirtschafts- und Wiesenwege. Jedoch wurde die Route auch abwechslungsreiche, mehr Orte (Kirchheim, Marlenheim, Wangen, Traenheim, Bergbieten, Dangolsheim, Wolxheim, Avolsheim) mit sehenswerten Fachwerkhäusern und umfangreichem Weinangebot durchzogen die Strecke. Umfangreich auch die Angebote an Erfrischungen, Getränke, Schwämme und Wasserschläuche sollten die Läufer abkühlen. Die Zuschauer spornten mit „Allez, Allez“ rufen an. Die Hitze machte letztlich dem Großteil der Läufer zu schaffen. Ich ging zwar bedächtig an, letztendlich bekam ich doch konditionell die Hitze zu spüren. Meine Durchgangszeiten passten sich mit 28:01 / 28:47 / 31:47 / 31:50 den äußeren Bedingungen an. In 3:59:14 blieb ich soeben unten den 4 Stunden, und konnte mich als 71. von 389 Läufern, welche das Ziel erreichten, noch sehen lassen. Als Schnellster lief Sylvain Schoenenberger aus Frankreich in 2:50:27 über die Ziellinie, bei den Frauen siegte Beatrice Lukas als Gesamt-48. in 3:47:56 Stunden. Die letzten liefen nach 6:11 Stunden in Molsheim unter gleißender Sonne ein.
Axel Vehreschild |
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Punkte |
Bewertung |
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Anmeldung |
8 |
Etwas mühsam, aber auch aus Deutschland über das Internet möglich, Abholung der Unterlagen ohne Verzögerung am Veranstaltungstag machbar. |
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Organisation |
10 |
Start, Streckenführung, Verpflegung, Zieleinlauf, Duschen, Bustransfer, alles einwandfrei |
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Wegstrecke |
3 |
Die Qualität des Untergrundes hatte deutliche Unterschiede. Weitgehend Asphalt, gab es aber auch Abschnitte mit Kopfsteinpflaster, befestigten Feldwegen, Schotter, Tonscherben, groben Steinen, Heu oder Gras, welche nicht immer einfach zu laufen waren. |
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Attraktivität |
5 |
Natur und Orte wechselten sich aber, vorrangig geprägt durch den Weinbau, ausgewöhnliche Bauwerke gab es nur wenige (z.B. in Molsheim) |
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Schnelligkeit |
6 |
Insgesamt nur etwa 250 Höhenmeter, diese jedoch vorrangig im zweiten Abschnitt, dazu kam die teilweise doch gewöhnungsbedürftige Wegdecke, man sollte den Marathon Vigbnoble d’Alsace eher als Genussmarathon sehen. |
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Verpflegung |
10 |
Das Angebot war umfassend, neben Wasser, Cola, Bananen, Orangen, Müsliriegel, Keksen und Trockenfrüchten wurden auch die Spezialitäten der Regionen, Weine in diversen Orten angeboten. Zudem konnte man sich an zahlreichen Stellen mit nassen Schwämmen erfrischen, oder unter einem Wasserstrahl laufen. |
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Zuschauer |
2 |
Außer im Ziel und am Start des Halbmarathon war es sehr ruhig (Sonntags um 9.00 Uhr), auch in den Dörfern war meist nur zufälliges Interesse vorhanden. |
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Preise |
8 |
Im Ziel eine Finisher-Medaille, eine Weinflasche und ein Funktions-Shirt, dazu Verzehrbons, außerdem kostenloser Weinkonsum auf der gesamten Strecke das geht in Ordnung. |
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Internet-Seite |
4 |
Informationen auch über die Gegend ist vorhanden, leider ausnahmslos in Französisch, und je nach Browser in einer Schriftgröße welche nicht zu entziffern ist. |
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Teilnehmer |
7 |
Über 400 Starter beim Matrathon, dazu ab der Hälfte des Rennens noch die Teilnehmer des Halbmarathons. Je nachdem wann man die 21,1km durchlief, wurde man anschließend nur noch überholt, oder man musste sich durch das Groß der Teilnehmer des HM kämpfen. |
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Gesamt |
61 |
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Axel Vehreschild