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Meine Versuche, dieses Jahr eine persönliche Bestzeit im Marathon zu erreichen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Deshalb entschied ich mich zum Abschluss der Saison für einen Lauf, bei dem ich nur Ankommen wollte. Um allerdings doch eine Herausforderung zu haben wählte ich den Röntgenlauf in Remscheid mit einer Gesamtlänge von 63,3 km und zudem 1.100 Höhenmetern, welche im Laufe des Rennens überwunden werden müssten. Alternativ konnte man nach 42,2 km das Rennen beenden, oder sich gleich für die klassische Marathon-Distanz melden. Ich ließ mir jedenfalls beide Optionen offen. Nach allem, was man vor dem Rennen der Homepage, dem Forum und der Oktober-Ausgabe der Runner's World entnehmen konnte, war der Röntgenlauf nicht nur lang und hügelig, sondern führte auch durch matschiges und unebenes Gelände (zumal die Tage zuvor regnerisch waren), was die Anforderungen an den Lauf zusätzlich erhöhte. Der Röntgenlauf verläuft zu großen Teilen entlang des „Röntgenweges“ mit technisch-historischen Denkmälern rund um die Stadt Remscheid. Start war um 8.30 Uhr am Sportzentrum Hackenberg, aufgrund der Zeitumstellung in der gleichen Nacht waren es aber gefühlte 9.30 Uhr. Circa 4000 Läufer, aufgeteilt auf die Strecken Ultra, Marathon, Halbmarathon und Staffel, nahmen sich der Herausforderung an. Der Himmel ließ um diese Zeit noch offen, ob die Teilnehmer nass oder vom Regen verschont bleiben sollten. Zumindest wurde den Läufern direkt gezeigt, was Sie erwartet, denn es ging gleich bergauf in Wohnorte des Remscheider Stadtteiles Lennep. Weiter lief man in die Altstadt von Lennep, vorbei an Geburtshaus und Museum von Wilhelm Conrad Röntgen, dem berühmtesten Sohn der Stadt und Namenspatron der Veranstaltung, um anschließend zurückzukehren zum Start- (für alle) und Ziel- (für die Ultras) Bereich um nun das Bergische Land in Angriff zu nehmen. Alle 5 km der Strecke waren gekennzeichnet (folgend dem Röntgenweg), da man diesen jedoch immer wieder kurzzeitig verließ, war die km-Markierung auch entsprechend ungenau. Das erste Drittel des Ultras führt tendenziell bergab, auch wenn hier schon zahlreiche Steigungen vorhanden sind. Gerade bei km 17 erfolgt ein kräftiger Anstieg, der erstmalig zum Gehen zwingt, schließlich sollen die Kräfte noch für weitere 45 km reichen. Auch ist das erste Teilstück großenteils asphaltiert, selbst durch Waldgebiete, weshalb hier noch am ehesten Kräfte gespart werden können. Die Strecke führt durch einige Dörfer wie Halbach, Grund, Haussiepen und Lüttringhausen und verläuft schließlich entlang des Saalbaches bis zum „Clemenshammer“, dem Ziel der Halbmarathonis. Hier wurde zu Beginn des Industriezeitalters mittels Wasserkraft Schmiedehandwerk betrieben. Ich betrieb am heutigen Tag Puls-, Geschwindigkeits- und Kräftekontrolle. Der Puls blieb auf den ersten 21 km planmäßig weitgehend unter 140 (wenn man die Steigungen ausnimmt), der Zeitverbrauch pendelte sich zwischen 30 und 33 Minuten pro 5 km ein, und den „Clemenshammer“ überlief ich nach 2:17 h. Auch fühlte ich mich gut, wohl wissend, dass jetzt noch ein Marathon vor mir lag. Der zweite Abschnitt hat zahlreiche Steigungen und Gefälle (welche sich in Summe die Waage halten) und erfordert nun häufigere Gehpausen. Auch ist nun Schlamm-, Feld- Waldboden und Schotter der vorherrschende Untergrund, allerdings nicht so weich und aufgeschwemmt, wie es das Wetter der vorangegangenen Tage hätte befürchten lassen können. Jedenfalls ließ sich die Farbe meiner Socken nach dem Lauf noch eindeutig identifizieren. Auch der Himmel klarte auf und die Wolken ließen regelmäßig die Sonne hervor, womit die Regenwahrscheinlichkeit deutlich sank, doch wir waren noch einige Stunden unterwegs. Optisches Highlight ist die 1897 gebaute Müngstener Brücke, eine Stahlkonstruktion, welche bis heute die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands ist. Ansonsten bewirken nur einzelne Dörfer wie Morsbach oder Breitenbruch etwas Abwechslung zur naturnahen und reich bewaldeten Strecke. Die Gefälle bewirken wenig Erholungen, da Sie im Gegensatz zu den oft langgezogenen Steigungen, stark abfallen und im Hinblick auf die Bodenbeschaffenheit hohe Konzentration erfordern. Meine 5km Durchgangszeiten ändern sich nur unwesentlich, liegen bei 32 bis 36 Minuten, was mehr am veränderten Streckenprofil und Bodenbeschaffenheit, denn an mangelnder Kraft liegt. Der Puls erhöht sich aber schon, und so laufe ich ins Marathonziel bei Durchschnittspuls 160, den habe ich üblicherweise bei reinen Marathon-Wettkämpfen. Meine Durchgangszeit am Freibad Eschbachtal liegt bei 4:37 h, die Konstitution ist gut, und so laufe ich weiter, und spare mir die Inanspruchnahme des Pendelbusses zum Sportzentrum Hackenberg, und nehme den Weg zu Fuß in Angriff. Nun folgt die längste Steigung des Laufes und zerrt an den Kräften. Hier ist minutenlanges Gehen angesagt. Oben angekommen bleibt es erst mal flach, einige Hundert Meter lang auch eine sehr tiefe Wiese, ehe man mehrere Stausseen passiert, unter anderem die Eschbach-Talsperre, Deutschlands Erste Trinkwasser-Talsperre und die Wuppertalsperre. Die Strecke ist nun flach und asphaltiert, bis km 62 noch ein Hammeranstieg bis zum Ortsteil Hackenberg folgt, welcher wiederum Minuten des Gehens erfordert. Schließlich erreicht man, begleitet von begeistert anfeuernden Zuschauer das Ziel nahe dem Sportzentrum und kann die Finisher-Medaille entgegen nehmen. Nach dem mörderischen Anstieg im Anschluss an das Marathon-Ziel schwanden dann doch meine Kräfte und die 5 km – Durchgangszeiten lagen lediglich bei 35 bis 40 Minuten. Auch der finale Anstieg vor Hackenberg kostete noch einmal Minuten und so lief ich nach 7:15 Stunden erschöpft und zufrieden in das Ziel hinein, gönnte mir eine Dusche, und konnte doch noch eine persönliche Bestleistung für das Jahr 2006 verbuchen, nämlich den längsten Lauf meiner bisherigen Karriere mit 63,3 km und 7 ¼ Stunden. Der Schnellste über die Ultra-Distanz war Sascha Velten mit 4:38:04 Stunden. 280 Teilnehmer erreichten das Ziel des Ultras, 56 beendeten den Lauf bereits im Marathon-Ziel, dazu kommen noch 255 Läufer welche sich für Marathon meldeten und auch das Ziel am Freibad erreichten. Axel Vehreschild
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Punkte |
Bewertung |
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Anmeldung |
7 |
30 Euro für den Ultra, Anmeldung problemlos per Internet, billiger kommt man kaum zu einen ähnlich renoumierten Lauf |
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Organisation |
7 |
Organisatorische Mängel (fehlende Startunterlagen, Mangel an Funktionsshirts in Größe "M" wurde mit Humor und Improvisation wettgemacht, und trugen zu einer gelockerten Stimmung bei |
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Wegstrecke |
4 |
dafür dass es sich zu ca. 50% um Naturpfade durch Wald und Feld handelt und das Wetter der vorangegangenen Tage recht feucht war, war die Strecke in erstaunlich gutem Zustand. |
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Attraktivität |
6 |
Eine Ansspruchsvolle Strecke, identische mit dem Röntgenweg, entlang historischer Denkmäler wie dem Geburtshaus Röntgens, dem Clemenshammer oder der höchsten Eisenbahmbrücke Deutschlands, mit zahlreichen Blicken auf das herbstliche Bergische Land, ein Gegensatz zum Berlin-Marathon 4 Wochen zuvor |
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Schnelligkeit |
3 |
Weder Höhenprofil, noch Wegbeschaffenheit lassen Bestzeiten zu, der Lauf liegt irgendwo zwischen Marathon, Crosslauf und Berglauf. |
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Verpflegung |
6 |
Wasser, Tee, Iso, dazu Bananen, Kekse und auch Schwämme, die wenig verwendung fanden. Ein bischen mehr warme Getränke wären nicht schlecht gewesen. |
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Zuschauer |
4 |
Streckenführung (hauptsächlich Naturpfade) und Wetter (kühl, nasser Untergrund) ließen keine großen Zuschauermengen erwarten, an speziellen Punkte (Straßenüberquerungen, Zieleinläufe, Orte) war aber schon Stimmung. |
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Preise |
8 |
1 Langarm-Funktions-Shirt, 1 Medaille, sowie die Zusendung einer Urkunde per eMail, für die Anmeldegebühr ist das richtig gut. |
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Internet-Seite |
8 |
übersichtlich, informativ, ohne große Schnörkel, einige Seiten, wie aktuelles, Kommentare etc. sind aber nur unzureichend mit Infos gespeist. |
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Teilnehmer |
7 |
Den Ultramarathon beendeten 280 Läufer, hinzu kamen noch 350 beim Marathon und 1000 beim Halbmarathon, die Strecke ließ dies problemlos zu. |
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Gesamt |
60 |
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Axel Vehreschild