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Marathon du
Jura Alsacien
05.11. 2006

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Frankreich

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Wo ich gerade in der Nähe von Stuttgart weilte, fiel mir ein Marathon in überbrückbarer Entfernung auf französischer Seite auf, und zwar in der Elsässer Jura (nahe Basel), der „Marathon du Jura Alsacien“. Über Internet ließ sich nur wenig in Erfahrung bringen, da das Wetter mitspielte machte ich mich auf den Weg. Es sollte ein sonniger, aber kalter Tag ( max. 7 °C) werden, für einen Marathon gar nicht mal so schlecht.

Der Start (wie auch später das Ziel) war in Ferrette, auf 612 m Höhe. Es machte sich über 300 Läufer auf den Weg, wobei der Großteil aus der näheren Umgebung kam. Auffallend die zahlreichen Italiener aus Modena, die mit einem Bus anreisten und die Osteuropäer (Ukrainer, Weißrussen, Russen), die sich die stattliche Siegprämie von 1200 Euro sichern wollten. Deutsche und Schweizer waren in der Minderheit.

Zunächst ging es einige Kilometer bergab, ehe bei km 5 Bouxwillier (395 m hoch) erreicht wurde. Hier war auch bereits klar, so ganz flach dürfte der Marathon nicht sein. In den Dörfern, bestehend aus farbigen Fachwerk- und Bauernhäusern war reichlich Stimmung, die Läufer wurden mittels Kuhglocken oder Topfdeckeln angefeuert. Nach Bouxwillier erreichte man Fislis, Linsdorf und Oltingue (400 m). Unterbrochen wurden die Dörfer immer wieder von Hügeln, welche man zu überwinden hatte.

Die Landschaft besteht aus Weideflächen, Getreidefeldern oder Streuobstwiesen, in der Ferne ragen die bewaldeten Berge der Jura herauf. Es folgten die Orte Wolschwiller (440 m), Lutter , und Raedersdorf. Die deutschen Namen zeugen von der auch deutschen Vergangenheit und auch die Sprache ist allerorts präsent. Begleitet von den immer wiederkehrenden „Allez, Allez „-Rufen waren wir mittlerweile bei km 20 angekommen.

Meine Zeiten blieben im Rahmen des Streckenprofils gleichmäßig zwischen 5:00 und 5:30 Minuten / km. Die 20 km Marke durchlief ich bei 1:46:16. Mein Ziel, die Strecke unter 4 Stunden zu bewältigen sah ich mit Optimismus entgegen, auch wenn der schwerere Teil des Marathons sicher noch bevor stand, das Polster der ersten Hälfte sollte jedoch reichen und das Gefühl war immer noch gut.

Nach Raedersdorf gab es dann erst einmal keine Hügel mehr, vielmehr ging es länger bergauf zu den Dörfern Ligsdorf (490m) und Weiler (565m). Weiter durch bewaldetes (und auch empfindlich kaltes) Gebiet bergab in Tal, vorbei an Durlinsdorf (490 m) bis bei Liebsdorf (475m) die 30km Marke erreicht wird.

Das lange Stück bergauf hat eine Menge Kraft gekostet, und das Bergab-Laufen hatte mir schon beim Röntgenlauf zu schaffen gemacht. Mir wäre eine ebene Streckenführung zu diesem Zeitpunkt lieber gewesen, aber der Marathon ist kein Wunschkonzert. Die Fahrzeuglenker auf der nicht verkehrsfreien Strecke nahmen zumindest Rücksicht und gefährdeten keine Läufer, ebenso wie die zahlreichen Radfahrer. Die 30km absolvierte ich in 2:24:31, das Polster sollte doch bis zum Ziel halten.

Bis Koestlach (468m) über Moernach (472m) bei km 38 lief es flach bis wellig, ehe der große, nicht enden wollende Anstieg Richtung Ferrette (612m) begann. Soweit gelang mir auch, die km-Zeiten bei 6:00 Minuten zu halten, doch den abschließenden Anstiegen hatte ich nicht mehr viel entgegen zu setzen. Also schwanden Minute für Minute meines Polsters, wobei es meiner Nachbarschaft in der Regel auch nicht besser erging.

Die Ruine von Ferrette im Blick, kam bald auch das Start-Banner in Sichtweite. Der abschließende ½ km ging noch einmal bergab und ich rettete 80 Sekunden Polster ins Ziel, begleitet von einem frenetisch jodelnden italienischen Kollegen. Der Sieger, Samir Baala lief in beeindruckenden 2:26:56 vor zwei russischen Mitstreitern ins Ziel. Bei den Damen gewann Natalia Bendik aus Weißrussland in 2:57:44, insgesamt 292 Läufer erreichten das Ziel.

Axel Vehreschild

 

Strecke-Jura

Axel3-Jura

 Start-Jura Axel1-Jura Axel2-Jura

Banner-jura

 

Punkte

Bewertung

Anmeldung

6

30 Euro, problemlos per Internet , Bestätigung und Teilnehmerliste gab es nicht, aber eMail Kontakt klappte - zügige Antwort

Organisation

5

Zusendung der Ausschreibung klappte nicht, km-Markierung standen auch nicht immer ganz richtig, ansonsten lief alles reibungslos und ohne Wartezeiten - Hilfe bekam man auch überall in deutscher Sprache

Wegstrecke

10

100% Asphalt, einwandfreier Zustand der Landstraßen in Elsass

Attraktivität

6

das Gegenteil des Berlin-Marathons - keine Hektig, kein Trubel, viel Ruhe und Natur, ist einfach mal eine Abwechslung zu den Stadtmarathons

Schnelligkeit

4

es war nichgt wirklich steil, aber die zahlreichen Wellen und in Summe etwa 600 Höhenmeter zerren doch Kräfte an Kraft und Zeit

Verpflegung

6

Wasser und Cola, einmal Bier, dazu Riegel, Bananen, Zucker und Orangen, manchmal hätte man sich etwas warmes gewünscht, in Summe aber ausreichend

Zuschauer

4

für die ländliche Gegend und das kühle Wetter war in den Dorfmitten eine Menge los, nichts desto trotz lief man über weite Strecken ohne Anfeuerung von Zuschauern

Preise

7

Für 30 Euro Anmeldegebühr bekam man einen Rucksack eine Sponsoren-Kappe, eine Medaille und eine Urkunde per eMail zum Ausdruck.

Internet-Seite

2

Die Deutsche und Englische Seite funktioniert nicht, die Französische war sehr dürftig, die Homepage kann nicht vermittelt, warum man diesen Marathon laufen sollte, deshalb auch das gerine Interesse ausländischer Läufer

Teilnehmer

6

Über 300 Teilnehmer, man konnte die Landstraße gut auch in Gruppen laufen, zum Schluß hin wurde es in den Wälder des Elsaß doch etwas einsam und kalt.

Gesamt

55

 

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