BlurMetalLb3


Piazenca Marathon
06.03.2005

Logo-Piazenca

Italien

BlurMetalLc3

Die Vorbereitung auf diesen Marathon stand unter keinem guten Stern, zunächst erwies sich die Anmeldung als schwierig und Zeitaufwendig, dann erwischte mich zwei Wochen vor dem Termin auch noch die weit verbreitete Grippe-Welle, so dass der Grad der Fitness zu einer Unbekannten werden sollte. Die letzten Trainingseinheiten in der Heimat gingen dann auch bei Schnee und zweistelligen Minustemperaturen von Statten.

Als schwierig und zeitaufwendig erwies sich die Anreise zum Start. Mangels Lesbarkeit der Ausschreibung (nur Italienisch) fuhr ich fälschlicherweise ins Zentrum (hier befand sich nur das Ziel) und begab mich auf der Suche zum Start, ehe mir der dritte Streckenkontrolleur dann die korrekte Richtung und Entfernung (5 km vom Zentrum) meines Standortes zum Start nennen konnte. Also stieg ich schnell wieder ins Auto, fuhr zum Stadion, suchte einen Parkplatz, holte die Startunterlagen ab (inklusive Bezahlung in 60 Sekunden) und lief zurück zum Auto um mich umzuziehen, lief los zum Start, drehte um, weil ich meine Handschuhe vergessen hatte und zog wieder zur Startaufstellung. Dabei hatte ich Glück, dass sich der Start um 4 Minuten verzögerte, sonst wäre ich nicht pünktlich gewesen.

Da die Zeitnahme mittels Chip erst im Ziel erfolgte, hatte ich als Schlussläufer bereits 40 Sekunden auf dem Buckel, als ich die Startlinie überquerte, aber es hätte schlimmer kommen können (siehe Absatz 1). Spannend war auch die Frage der Kleidung, bei erwarteten 5-7 °C, Sonne und eventuell Wind in den Ebenen der Emilia. Ich entschied mich für lange Hose, langes Funktions-Shirt und Handschuhe, verzichtete auf Mütze und Windjacke und konnte im Laufe des Marathons feststellen, dass die Wahl korrekt war.

Eine erste Trennung der Läufer folgte bei km 5, wo sich die 10 km-Starter vom Rest der Läufer trennten, die zweite bei km 11, wo die Halb-Marathonis ihren eigenen Weg einschlugen, wobei sich nun noch ein Viertel des gesamten Starterfeldes auf meiner Strecke befand. Hier gab es auch intensivere Abschiedsszenen begleitet von einem „Ciao, Mario“ oder ähnlich. Nachdem man zunächst auf einer Ausfallstraße entlang von Industriegebieten und Vororten von Piacenza (90.000 Einwohner) den Ort verließ, konnte man ab km 8 die Landschaft der Emilia genießen. Diese war weitgehend flach und über weite Strecken noch schneebedeckt, wobei die Straßen trocken und in gutem Zustand waren. Zwischen km 15 und 20 ging es leicht aber stetig bergauf, was man mehr an den eigenen Durchgangszeiten, als visuell wahrnahm. Zwischen km 22 und 25 konnte man die Höhenmeter aber wieder gutmachen.

Highlight der ansonsten ziemlich naturnahen Streckenführung war das mittelalterliche Museumsdorf Grazzano Visconti, welches entgegen dem Aussehen erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Grafen Visconti gebaut wurde. Der Ort wurde durch eine lange Allee angekündigt und man verließ zum Besichtigen von Grazzano Visconti extra die Hauptstraße und lief 500m durch Matsch und Pfützen. Ansonsten war die Strecke aber asphaltiert und in hervorragendem Zustand. Schließlich ging es ab km 24 auf einer weiteren Ausfallstraße wieder zurück Richtung Piacenza. Hier erwartete uns ein mäßiger Seiten- bis Gegenwind. Zwischen km 37 und 40 gab es auch keine Kurven mehr, erst Nahe dem Zentrum wurde die Strecke wieder etwas abwechslungsreicher.

Meine Zwischenzeiten kamen einem Uhrwerk gleich, nach 12km 1:00:06; 24km 2:00:00 und 36km 3:00:02, trotz der nicht komplett ebenen Strecke. Erst ab km39 ließen die Kräfte nach, und da weder ein persönlicher Rekord (3:28:00), noch eine Zeit unter 3:30 mehr zu erreichen war, ließ ich es zum Schluss etwas langsamerer angehen, so dass schließlich eine Zeit von 3:31:53 (netto) bzw. 3:32: 33 (offiziell) zu verbuchen waren. Nach Flüssigkeitsaufnahme und Empfangnahme der Medaille ging es dann vom Zentrum mit Bussen zurück zum Stadion, wo sich die Duschmöglichkeiten befanden. Mangels Vorbereitungszeit am Start konnte ich auch die Möglichkeit des Taschentransportes nicht in Anspruch nehmen, so dass ich (trotz Umhänge-Folie) mittlerweile leicht abgekühlt mich auf die Heizung meines PKWs freute und erst den Weg zurück zum Hotel (immerhin 100 km) und dann die Dusche in Anspruch nahm.

Die Gesamtzahl der Finisher beim Marathon betrug 398, als schnellster gelang dies dem Kenianer Rotich in 2:17:56 Bei den Herren und Tiziana Di Sessa in 2:51:43 bei den Frauen. Insgesamt gingen 1500 Läufer über die drei Distanzen an den Start. Ich konnte das Ziel als 168. überqueren.

Axel Vehreschild

Strecke

Piacenz7

Piacenz1

 Piacenz3

Piacenz2

Piacenz6
Banner

 

Punkte

Bewertung

Anmeldung

2

Anmeldung noch im Jahr 2004 (geringere Meldegebühr) schlug aus komunikativen Gründen fehl (späte eMail- Rückmeldung der Veranstalter), wegen des notwendigen medizinischen Zertifikates ist nur Anmeldung per Fax oder Post möglich.

Organisation

5

Licht und Schatten; Hervorragende Absperrung der breiten Straßen, schnelle Anmeldemöglichkeiten, zügiger Transport vom Ziel; aber keine Beschilderung des Veranstaltungsortes, kein eMail-Kontakt, kein Toiletten im Zielbereich und fehlende Auflistung meiner Position in der Endtabelle

Wegstrecke

9

Die Straßenverhältnisse waren ideal, der Asphalt in hervorragendem Zustand, lediglich jene 500m beabsichtigter Abstecher durch Grazzano Visconti lieferten aufgrund des Schmelzwetter bescheidene Wegverhältnisse

Attraktivität

4

Viel Natur, ein wenig Piacenza historisches Zentrum und Grazzano Visconti und etwas Industriegebiet und Vororte, man wurde im Grunde wenig vom Laufen abgelenkt.

Schnelligkeit

9

Kaum Kurven, nahezu ausschließlich Asphalt, lediglich eine leichte längere Steigung und 500m Matsch durch Grazzano Visconti kosten etwas Zeit.

Verpflegung

10

Gleichmäßig alle 5 km Wasser, Tee, Iso-Dinks, dazu Obst, Keks etc., dazwischen auch Stationen mit Schwämmen (die wenig Verwendung fanden), die Versorgung war umfassend.

Zuschauer

2

Ganz wenige Zuaschauer waren zu sehen, diese auch mehr neugierig interessiert, als anfeuernd, außerhalb Piacenzas waren die Läufer dann komplett alleine.

Preise

9

Für max. 30 Euro Anmeldegebühr erhielt man 1 Flasche Wein, 1 T-Shirt, 1 Wind-Jacke und eine Finisher-Medaille

Internet-Seite

2

Der Großteil der eh nur spärlichen Informationen liegt nur auf Italienisch vor, lediglich eine kurze Übersicht in (schlechtem) Englisch oder Französisch, die Ausschreibung für 2005 erfolgte spät, zumindest die Meldung läßt sich überprüfen. Die Abschlusstabelle läßt sich ebenfalls nicht komplett ansehen, und der eMail-Kontakt wra sehr lückenhaft.

Teilnehmer

7

Am Anfang war es durch die 10km- und HM-Läufer recht voll, später aber freies aber doch kein einsames Laufen, auch wenn ich die letzten 2 km niemanden mehr vor mir sehen konnte.

Gesamt

59

 

button_Home
button_Mar
button_Veh
button_Lks
Butt-eMail

Axel Vehreschild

button_Eur
Link-Runner
Link-Runner
Butt-Banner
WetterOnline
Das Wetter für
Bad Ditzenbach
Mehr auf wetteronline.de