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Welschlauf
01.05.2004

welschfuss

Austria

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Welschlauf

 

Punkte

Bewertung

Anmeldung

10

Internet-Überweisung, Vorab-Teilnehmerliste und Startnummernausgabe, alles reibungslos und ohne Verzögerungen.

Organisation

8

Von der Startnummernausgabe, über Bustransport, bis hin zur Zielverpflegung war alles reibungslos organisiert, lediglich die Duschmöglichkeiten vielen knapp aus und der zeitgleiche Lauf von Marathonis und Halbmarathonis war für die Marathonläufer schwierig.

Wegstrecke

8

Fast durchgehend asphaltiert und meist auf recht breiten Wegen, welche auch in gutem Zustand waren, alles problemlos zu bewältigen

Attraktivität

7

Erwartungsgemäß gab es viel Natur des Welsch-Gebietes zu sehen, da man selten durch Wald lief, hatte man meist ein hervorragende Aussicht.

Schnelligkeit

3

Die 1440 Höhenmeter lassen sicher keine Bestzeiten zu, doch die Zahl täuscht, hier wurde jede Welle mitgezählt, und auch die gute Wegstrecke hielten Zeitverluste in Grenzen

Verpflegung

6

21 Labe-Stationen mit Wasser, Iso-Drinks, manchmal Wein und Bananen, hier hätte abundzu ein warmes Getränk gut getan

Zuschauer

2

Nur im Zielbereich etwas zahlreicher, ansonsten selbst an den Labe-Stationen und entlang der Dörfer nur vereinzelt, die Läufer waren weitgehend unter sich

Preise

7

Am Vorabend gab es Polenta und 1 Glas Welschriesling, als Anerkennung ein T-Shirt und eine sehenswerte, gläserne Medaille

Internet-Seite

4

viele Infos, wie Preise, Ergebnislisten der früheren Läufe, oder Veranstaltungen zur EU-Mitgliedschaft Sloweniens am Lauftag fehlen, ansonsten ordentlich.

Teilnehmer

7

Mit 425 Startern ließ sich gut und immer in Gesellschaft laufen, das Hinzukommen der Halbmarathonis auf halber Strecke war aber doch störend

Gesamt

62

 

Am 1.Mai wurde die EU um 10 Mitglieder erweitert. Eines dieser Länder war Österreichs Nachbar Slowenien. Dadurch wurde der zum 10. Mal ausgetragene Welschlauf, der teilweise durch Slowenisches Gebiets führt, zum einmaligen Ereignis. So ließ es auch der just zum „1. Welsch-Kommissar“ ernannte österreichische EU-Kommissar Franz Fischler nicht nehmen, Startschuss und Siegerehrung der Veranstaltung zu übernehmen.

Start war in Wies, der Zieleinlauf erfolgte in Ehrenhausen, so wurden die Marathonläufer (die Halbmarathonis starteten in Leutschach) morgens um 8.00 Uhr mit Bussen nach Wies transportiert. Dort erfolgte für die 425 Teilnehmer am Marathon pünktlich um 10.00 Uhr der Start. Zum Eingewöhnen ging es direkt den Berg hinauf, insgesamt erwartete alle Marathon-Läufer 1440 Höhenmeter, wobei vermutlich jede Welle mit eingerechnet wurde. Laufen in der Ebene fand, abgesehen von 2 km auf der Landstraße zwischen Wuggau und Saggau nicht statt, entweder ging es Bergauf oder Bergab.

Die ersten 13 km hielten sich Steigung und Gefälle die Waage, so dass ich auch einen Schnitt von über 10 km/h problemlos erzielen konnte, doch wer das Streckenprofil studiert hatte, wusste, was ihn nun erwartete, der Weg hinauf über den Eichberg zum Hofstätter Kreuz, insgesamt fast 270 Höhenmeter waren zu bewältigen. Motiviert wurde ich durch einen zuschauenden Vater, der seinen Kindern erklärte, nun kommt die Masse der Läufer, just als ich ihn passiert hatte, also war ich gar nicht so schlecht unterwegs.

Das Wetter meinte es zudem sehr gut mit uns. Keine Sonne, kein Regen, kein Wind, und perfekte 15 °C, mehr konnte man nicht verlangen. Und so war es auch nicht notwendig, alle 21 Labe-Stationen entlang der Strecke zu nutzen. Neben Wasser, Iso-Drinks, Bananen konnte man sich auch an ausgesuchten Verpflegungs-Stellen mit hiesigem Wein versorgen, wovon ich jedoch keinen Gebrauch machte, zumindest nicht während des Laufes.

Zwar kann man sich für einen Berg-Marathon entsprechend vorbereiten, eine Endzeit vorauszusagen fällt aber schwer, und so habe ich mir 10 km/h (bedeutet Endzeit 4:13 h) vorgenommen. Die ersten 10 km lief ich in 58:39 min für die folgenden benötigte ich 61:29 min, aber wie bereits geschrieben, waren diese auch anspruchsvoller, immerhin war ich immer noch im Soll.

Halbmarathonstart war 12.00 Uhr in Leutschach, etwa bei km 24 wurden die Teilnehmer (über 1500) auf die Marathonstrecke geführt. Wer meine Zwischenzeiten hochrechnet, kann sich vorstellen, was mich und meine unmittelbare Nachbarschaft an Marathon-Läufern nun erwartete. Statt allein in Sichtweite anderer Marathonläufer unterwegs zu sein, lief man nun mit duzenden Halbmarathonis, die eine zu erwartende Endzeit von 2:10 h besaßen und mit jedem Hubbel Mühe hatten. Einige Kilometer war das Laufen (sprich Überholen) slalomähnlich und mühsam, bis das Feld sich etwas in die Länge zog. Auch die regelmäßigen Autos (auf der nicht verkehrsfreien Strecke) und Fahrradfahrer erforderten Aufmerksamkeit.

Nach der Steigung bis km 21 ging es mir immer noch gut und die ständigen, extremer werdenden Wellen konnte ich gut bewältigen. Dies sollte mit km 35 überstanden sein, dann ging es bergab nach Ehrenhausen. Also zählte ich die km herunter bis zu diesem Punkte. Die dritten 10 km bewältigte ich in 57:18 min, hier war ich mir sicher, wenn kein Einbruch kommt, laufe ich unter 4:10 h ins Ziel.

Die Welschlauf-Strecke ist ganzjährig (mit km-Angaben) ausgeschildert und zum Marathon mit jedem einzelnen km markiert, jedoch nicht immer exakt, so waren speziell die km 14, sowie die letzten 1,2 km deutlich zu kurz. Der Streckenverlauf wechselt jährlich, von Wies nach Ehrenhausen, oder von Ehrenhausen nach Wies. Start des Halbmarathons ist immer Leutschach.

Was ich unterschätzt habe, war das Streckenprofil der km 31-35. Hier warteten die extremsten Steigungen der gesamten Strecke auf die Läufer, und das mit schwindender Kraft in den Beinen, und so ließ ich und vermutlich auch die meisten anderen Läufer hier noch unerwartet viel Zeit liegen. Von der Tatsache, dass dieses Teilstück entlang der österreichisch-slowenischen Grenze verlief, bekam man deshalb auch nur wenig mit. Die Hoffnung, Zeit im Gefälle Richtung Ehrenhausen aufholen zu können, erwies sich mangels ausreichender Kraft auch als trügerisch. Meine km-Zeiten waren nur unwesentlich unter 6 min., aber zumindest für eine Endzeit unter 4:10 h sollte es immer noch reichen. Die 10 km (30-40) lief ich immerhin noch in 59:34 min.

Das Ziel kam dann schneller als erwartet, da der km 42 arg kurz war, durch den Zielsprecher angekündigt, lief man mit Unterstützung der zahlreichen Zuschauer im Zielbereich (ansonsten war man während der Strecke meist mit de Natur allein) besonders engagiert ins Ziel und nahm anschließend die außergewöhnliche, blaue Glas-Medaille in Empfang.

Meine Endzeit betrug immerhin noch 4:08:07 h (Platz 159), womit ich mein Ziel von unter 10 km/h deutlich erreichte und auch meine Verfassung war angesichts der zurückgelegten 1440 Höhenmeter überraschend gut.

Bei den Herren gewann Jürgen Plechinger aus Graz in 2:46:43 h, bei den Damen siegte Sabine Legat (Gesamt 81.) in 3:45:03 h. Insgesamt erreichten 356 (davon 41 Frauen) der 425 Starter auch das Ziel, der letzte nach 6:30 h.

Nach der Zielverpflegung (verschiedene Getränke, Bananen, Brote) galt es nun, seine Tasche im Zielbereich zu beschaffen und anschließend die Duschen aufzusuchen. Da ich mit der Masse der Halbmarathon-Läufer in das Ziel einlief, waren die Duschen entsprechend ausgelastet, so dass ich mich in der Turnhalle (statt in der Umkleidekabine) umziehen musste, und die Benutzung einer warmen Dusche sich als Glückssache erwies.

Insgesamt ist der Welschlauf sehr empfehlenswert, denn trotz der 1440 Höhenmeter ist er aufgrund der weitgehend asphaltierten Strecke und der meist humanen Steigungen, sowie wegen der ausgezeichneten Organisation gut zu bewältigen. Zudem bietet er über weite Strecke einen wunderschönen Blick über die Welsch-Region. Vielen Dank für die Bidler der Fa. Symbol Schiffer, auch zu bewundern auf der Hauptseite www.welschlauf.at !

Axel Vehreschild

 

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