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Broloppet & Kopenhagen Marathon
19.&26.05.2002

Kopenhagen

Daenemark

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Broloppet

Nachdem vor zwei Jahren zur Fertigstellung der Öresund-Brücke ein Volkslauf mit 80.000 Teilnehmern organisiert wurde, sollte zum zweijährigen Jubiläum zu Pfingsten eine Wiederholung stattfinden. Immerhin 15.000 Läufer wollten auch dieses Jahr wieder über die Brücke laufen. Allerdings ließ die Organisation dieses Jahr einiges zu wünschen übrig. Zunächst ließen die Informationen zum Lauf (trotz zeitiger Anmeldung) lange auf sich warten, und beschränkten sich schließlich nur auf das notwendigste. Am Veranstaltungstag reihte man sich um 15.00 Uhr in eine Gruppe zu 3.000 Läufern, welche dann Gruppe für Gruppe zu einem Gatter geführt wurde, solange bis alle 10.000 wieder beisammen waren. Jenes Gatter öffnete sich alle Paar Minuten für 2.000-3.000 Wartende, die dann zur Startlinie vorlaufen durften, wo man sich auf´s Neue sammelte. Schließlich wurde ich um 15.45 auf die Strecke gelassen. Im Gegensatz zur Premieren - Veranstaltung vor zwei Jahren, als eine komplette Fahrtrichtung für die Läufer zur Verfügung stand, hatte man die Streckenbreite fast halbiert (es wurde eine Notspur freigelassen). Dies machte das Überholen der zahlreichen "Volksfest-Läufer" mühsam und zeitaufwendig. Ich zählte zwischen km 6 und 7 130 (!) überholte Läufer, darunter Wanderer, Handy-Telefonierer, Fotografen und komplett Untrainierte. Die Temperatur betrug 14°C, der Himmel war bewölkt. Zunächst ging es auf dänischer Seite 4 km durch den Tunnel, hier war es wärmer und auch ein wenig stickig, so dass man froh war, wieder an der freuen Luft zu sein. Nun von ca. 5 m.ü.d.M. bis zum höchsten Punkt der Brücke (bei km 12) auf 70 m.ü.d.M. immer die 254m hohen Brückenpfeiler im Blick. Der 1. Kilometer dauerte aufgrund des Verkehrs 5:38 min. Und auch danach gelang es mir nicht, km-Zeiten unter 5 Min. zu laufen. Die vielen langsamen Läufer, bis km 12 stetig ansteigende Strecke und der leichte aber regelmäßige Gegenwind kostete halt Zeit. So betrug die 10 km Zeit 53:40, ohne dass ich das Gefühl hatte, allzu locker gelaufen zu sein. Zur Mitte der Pfeiler betrat man schwedisches Gebiet. Das leicht abschüssige Teilstück wurde durch zunehmenden Gegenwind wieder relativiert. Nach der Brücke ging es noch 4km Richtung Zentrum von Malmö, erstmalig von Zuschauern und "Heja, Heja"-Rufen begleitet, ehe man nach 21,1 km das Ziel erreichte. Da der Gegenwind zunahm, wurden die km-Zeiten auch nicht besser, so dass ich keinen km unter 5 Min. lief. Zwar sollte der Broloppet ein Vorbereitungslauf auf den Kopenhagen - Marathon sein, doch dass eine dermaßen schwache Zeit (1:53:30) herauskommt, hatte ich nicht erwartet. Für das leibliche Wohl wurde nun im Ziel gesorgt, nacheinander bekam man Stilles Wasser, Medaille, Bananen, Kekse, Brötchen und einen Softdrink in die Hand gedrückt. Wer auf das Duschen (mangels ausreichender Anzahl Duschen) verzichten wollte, musste eventuell noch einmal, so wie ich, eine halbe Stunde auf den Bustransfer zurück nach Kopenhagen frierend warten, ehe man abschließend bei einsetzendem Regen an der Hauptstraße aus dem Bus geworfen wurde. Insgesamt hatte sich die Organisation des Broloppet verglichen mit der Veranstaltung vor zwei Jahren deutlich nachteilig verändert, weshalb auch davon ausgegangen werden kann, dass nur wenige Läufer an diesem Lauf noch ein drittes Mal teilnehmen werden, so er denn noch einmal stattfindet.

Kopenhagen - Marathon

Am 26. Mai war es soweit. Knapp 5.500 Läufer trafen sich zur 23. Ausgabe des Kopenhagen - Marathon in der Innenstadt. Das Wetter war ideal, strahlend blauer Himmel bei anfänglich 18 °C, zum Mittag wohl über 20 °C. Start war in der Nähe des Rathauses auf der Vester Voldgade, begleitet von einer etwa 20m hohen Figur der Monster AG, ein erster Eindruck dessen, was uns die nächsten Stunden erwartet. Zunächst ging es in die Stadtteile südwestlich der Hauptstadt. Breite Ausfallstraßen, alte Bausubstanz und zwischen km 11 und 13 zweimal vorbei an der Carlsberg - Brauerei, da kommen auch schon mal andere Gedanken auf, doch noch waren die meisten frisch und bei Kräften. Etwa alle 5 km Verpflegungsstellen. Die Ausgabe der Getränken geschah in Plastikbechern, die anschließend auf die Strecke geworfen wurde. Deshalb kündigte sich ein Versorgungspunkt frühzeitig durch veränderte Auftrittsgeräuche der vorauslaufenden Teilnehmer an. Zu Trinken gab es Wasser, Saft und Iso-Drinks, alle farblos und auf dänisch angekündigt, weshalb der erhaltene Inhalt des Trinkbechers bei mir ein gewisses Maß an Zufall aufwies. Die Umgebung änderte sich nun, viel grün und Gleis, ehe es bei km 17 vorbei am Heißluft - Monster wieder über die Vester Voldgade ging, um nun in den Norden der Stadt zu laufen. Nachdem ich beim letzten Marathon böse eingebrochen war, nahm ich mir vor, hier langsamer anzugehen. Mein Ziel waren 4 Stunden, für die ersten 10 km brauchte ich 56.10 Minuten, die Halbmarathon-Distanz habe ich in 1:59:40 zurückgelegt, alles soweit im Soll. Jetzt begegnete man häufiger (wen wundert es hier) dem Ostsee - Wasser der Hafenanlagen, dem man teilweise überraschend nahe kam (meines Wissens ist aber niemand hinein gefallen). Hier begegnete bzw. kreuzte man ständig Läufer auf anderen Abschnitten der Strecke, zunächst vor einem, später die Nachhut. Bis km 28 blieben meine km-Zeiten konstant um die 5:40 min./km, dann wurden so langsam die Beine schwerer und die Schritte kürzer. Bei km 38 musste ich erstmalig eine Geh-Pause einlegen, erst den letzten km zum Ziel bin nochmal komplett "gejoggt", um unter den 4,5 Stunden zu bleiben. Die Zuschauer, zahlreich aber doch nordisch kühl, mehr als interessierte Beobachter, denn als feurige Motivierer. Weiter ging es durch den weitläufigen Faelled-Park, in dem auch andere Sportarten ausgeübt wurden, über die Österbrogade Richtung Dänemarks berühmtester Dame, der kleinen Meerjungfrau an den Esplanaden. Leider ließ der Streckenverlauf hier bei km 38 keinen Blick auf die Dame zu, so dass man ohne diesen Eindruck die verbleibenden Kilometer entlang des Hafens in Angriff nehmen musste. Dafür gab es ein Wiedersehen mit dem Mega-Monster welches einem die letzten kräftezehrenden Meter ins Ziel begleitete. Nun, nach 4:28:10 kreuz und quer durch Kopenhagen, gab es die wacker erkämpfte Medaille, dazu nochmal die Wahl zwischen Wasser, Saft und Iso-Drink und abschließend von den Sponsoren Müsli-Riegel, Jogurt-Becher und Wasser-Flasche. Zwei Stunden zuvor erreichten bereits die schnellsten das Ziel, und zwar bei den Männern Janusz Sarnicki aus Polen in 2:23:53, sowie bei den Frauen Anne-Mette Aagaard aus Dänemark in 2:49:31.

Axel Vehreschild

Broloppet01

Kopenh01

Kopenh02

Broloppet02

Broloppet03

Broloppet04

Kopenh03

 

Punkte

Bewertung

Anmeldung

8

35 Euro problemlos über Internet und zügig im Stadion von Kopenhagen 1903

Organisation

8

Duschen etwas umständlich sonst nichts zu beanstanden

Wegstrecke

8

wenig zu bemängelt, ab und zu über einen Bordstein oft ohne Absicherung direkt neben dem Wasser, sonst O.K.

Attraktivität

5

große Teile der Strecke erinnerten nicht an eine Großstadt und wenige der Sehenswürdigkeiten Kopenhagens waren zu sehen

Schnelligkeit

8

sehr eben, meist Asphalt, aber einige scharfe Kurven und manchmal reichlich Wind

Verpflegung

6

Wasser, Saft und Iso-Drinks aber nichts festes

Zuschauer

6

die Zuschauer waren über die gesamte Strecke reichlich, aber skandinavisch reserviert.

Preise

7

T-Shirt, Urkunde und Medaille, alles nett und Standard, nichts Außergewöhnliches

Internet-Seite

3

den Prospekt auf die Webseite gebracht und nur die Ergebnisse vom Lauf, ziemlich dürftig

Teilnehmer

7

ca. 5000, am Anfang und an manchen Engpässen nicht ganz so einfach, aber doch meist O.K.

Gesamt

66

 

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