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Hornisgrinde Marathon
21.06.2002

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Deutschland

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Mitten im Schwarzwald, und zwar im Bühlertal bei Baden-Baden wurde am 21. Juni der 30. Hornisgrinde-Marathon ausgetragen. Planmäßiger Start war 8.15 Uhr, was für jemanden wie mich, der 150 km Anfahrtsweg hat, zeitiges Aufstehen bedeutet. Dass man den Start ein Viertelstunde verschieben musste, lag am Stau auf der A 5 (Sonntag früh um 7 Uhr !), dadurch konnten jedoch sämtliche etwa 300 gemeldeten Läufer auf die Strecke geschickt werden.

Start war im 890 m Höhe (ebenso das Ziel) beim waldreichsten Marathon Deutschlands mit 100 % Wald, obgleich nach dem Sturm „Lothar“ doch der eine oder andere Baum an der Strecke fehlt. Vielfach sind die Spuren des Orkans noch 2 ½ Jahren später sichtbar. Abwechslungsreich ist die Beschaffenheit der Strecke: ein wenig Asphalt, zeitweise Gras oder Moos, daneben feiner und grober Schotter, meist jedoch fester Waldboden. Beeindrucken ist zudem die herrliche Aussicht, gerade in den höheren Regionen der Strecke. Erstaunlich gut war auch das Wetter, entgegen der Vorhersage blieb es trocken und immer wieder schaute mal die Sonne vorbei.

Zunächst ging es längere Zeit bergab, da waren die km-Zeiten natürlich recht ordentlich. Da man die etwa 200 Höhenmeter anschließend wieder hinauflaufen musste, galt es, nicht zu schnell anzugehen, sondern die Kräfte gut einzuteilen. Leider gab es zwischen km 7 und km 15 keine Kilometer-Markierungen (zumindest habe ich keine entdeckt), so dass über längere Zeit die Geschwindigkeitskontrolle fehlte. Meine 15 km-Zeit lag bei 1:21 h und 20 km absolvierte ich in 1:51, das Ziel sollte bei 4:10 liegen, so war meine Hoffnung, ein kleines Polster für die Steigung besaß ich ja nun.

Bei km 25 erreichte man mit dem Schwarzenbach-Stausee den tiefsten Punkt (675 m), sowie im Anschluss die Wendemarke, an der man eine Filzstift-Markierung verpasst bekam, als Sicherheit, das man im Wald keine Abkürzung nimmt. Um km 27 verlässt man den See und nun beginnt der anspruchsvolle Teil des Marathons, denn nun geht es bergauf. Jetzt muss sich zeigen, wie gut mit den Kräften gehaushaltet wurde. Da konnte auch die perfekte Streckenversorgung mit Wasser, Tee, Isodrinks, Obst und Brot nur noch wenig kompensieren.

Bei km 30 zeigte die Uhr 2:54 h. Doch mit jedem km Richtung Ziel sank spürbar die Kraft und man hatte auch keinen Blick mehr für die Natur. Der fiel mehr auf die „Count-Down“-Schilder ( Noch 10, 9 , 8 km etc.). Mühe machte mir auch der zeitweise recht grobe Schotter, so ist das, wenn Kraft und Konzentration nachlassen. Enorm, wie viel Zeit man auf den letzten 12 km bei diesem Marathon lassen kann. Die Schritte wurden kleiner und die Verpflegungspausen größer. Bei km 35 sind dann auch schon 3:29 h vergangen, und Tempo sinkt weiter. Den km 36 und 37 setzte ich mal aus (bedeutet „ich gehe“), dann entschließe ich mich wieder zum Laufschritt, obgleich auch dann die km-Zeiten bei knapp 8 Minuten liegen, zumal die Steigung zum Finale hin noch zunimmt. Das Highlight ist der abschließende Kilometer, hier erreicht die Steigung den Höhepunkt und gipfelt in einen Extrem-Aufstieg vor dem Ziel, bevor man glücklich und vollkommen erschöpft ins Ziel torkelt.

Den Marathon habe ich schließlich in 4:35 h absolviert, mein schlechteste Marathon-Zeit bislang, doch die anspruchsvolle Strecke, meist auf Naturboden, kostet halt Zeit. Den Rekord werde ich wohl am 8. September weiter ausbauen, wenn es zum Jungfrau-Marathon geht. Ernüchternd waren die 1:31 h, die ich für die letzten 12,195 km benötigte. Dies sollte für Platz 211 von 265 Durchgehaltenen reichen. Deutlich schneller absolvierten die besten der über 300 Starter den Marathon. Bei den Herren gewann Rainer Müller mit Streckenrekord von 2:34:11 h, bei den Frauen siegte Constanze Wagner in 3:15:20 h.

Der Leidensweg war mit der Zielankunft jedoch noch nicht vorbei. Zunächst standen für mich nicht 100%-durchtrainierten Läufer nur noch Muscle-Shirts (stehen mir nicht wirklich) oder T-Shirts Weite S (stehen mir auch nicht) bzw. ein Handtuch zur Verfügung. Da die Shirts aber sehr schön sind entscheide ich mich für das Muscle-Shirt (kann man ja auch etwas „darunter“ tragen). Der Weg zu den Duschen gleicht einem Cross-Lauf. 1000 m lang und 50 m tiefer befinden sich dort 3 Duschen, die sich (inklusive Umkleide-Kabine) Männer und Frauen teilen. Da die Duschen eiskalt sind, entsteht trotzdem kein Gedränge. Zwei ältere Herren unterhalten sich in der Umkleidkabine über den Jungfrau-Marathon, den sie demnächst in Angriff nehmen, so trifft man Gleichgesinnte. Schließlich geht es die 50 Höhenmeter mit Sporttasche wieder zurück zur Ergebnisliste, der Urkunde und den Imbiss-Ständen.

Axel Vehreschild

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Punkte

Bewertung

Anmeldung

8

25 € für einen familiären und unklompizierten Marathon

Organisation

5

Duschen war katastophal, der Rest nicht zu beanstanden

Wegstrecke

3

alles dabei: Ashalt, feiner und grober Schotter, Waldboden + Gras, nicht immer leicht zu laufen

Attraktivität

7

100 % Wald mit teilweise Attraktiven Aussichten auf Schwarzwald und Stausee

Schnelligkeit

3

Streckenbeschaffenheit und Höhenprofil kosten letztendlich doch eine Menge Zeit

Verpflegung

5

solide alle 5 km Verpflegung mit Wasser und Iso-Drinks

Zuschauer

2

wenig Teilnehmer und noch weniger Zuschauer, da kann man sich auf's Wesentliche konzentrieren

Preise

3

T-Shirt oder Handtuch (für die Schnelleren zu Auswahl) und Urkunde

Internet-Seite

5

sparsam, aber alles notwendige und auch viele Fotos zum Marathon

Teilnehmer

5

300 Teilnehmer, da ist man nach einer weile doch recht allein unterwegs

Gesamt

46

 

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