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Einen guten Teil meines 34. Geburtstages wollte ich auf den Straßen Amsterdams verbringen, mit Tausenden anderer Läufer, die am 18. Delta Lloyd Amsterdam Marathon teilnahmen. So fanden wir uns um 11.00 Uhr bei trockenem, windstillem Wetter und zufriedenstellenden 11 °C im altehrwürdigen Olympiastadion von 1928 ein. Hier legten wir auch die ersten 200 Meter zurück, ehe wir auf die Amsterdamer City losgelassen wurden. Die Organisatoren hatten die Läufer effektiv nach Stärke eingeteilt, so dass man nach dem ersten km bereits ziemlich frei laufen konnte. Die gesamte Strecke ist asphaltiert, aufpassen musste man lediglich auf die zahlreichen längs und quer verlaufenden Straßenbahn-Schienen. Zunächst ging es durch den Stadtteil Oud Zud und als Höhepunkt lief man durch die Hallen des Rijksmuseum hindurch. Anschließend durchliefen wir den Vondelpark. Diesen sollten wir noch ein zweites Mal wiedersehen, darauf wurde man durch das 40km-Schild hingewiesen (wenn man denn schon so weit wär), aber da hatten wir noch 35 km vor uns. Weiter ging es Richtung Amstel, die sich durch eine (welch Überraschung) Windmühle ankündigte. Die Amstel lief man auf einer Länge von 12 km auf und ab, so dass man auf der anderen Uferseite die schnelleren (und später auch die langsameren) Läufer sehen konnte. Gerade hier lief ich meine höchsten Geschwindigkeiten mit Zeiten unter 5:10 min/km. Alle 5km registrierten die ChampionChip-Matten die Zwischenzeiten, so dass man immer seine Planzeiten kontrollieren konnte. Zwischen dem Weg entlang der Amstel und der Amsterdamer Innenstadt lag noch das Industriegebiet "Overamstel" mit diversen Autobahnunterführungen, einem Wendepunkt und dem unverdeckten Blick auf den Wolkenkratzer des Hauptsponsors. Musikalisch begleitet wurde man von den in regelmäßigen Abständen am Streckenrand stehenden riesigen Drehorgeln, wohl auch eine niederländische Spezialität. Bei km 32 überholten mich die beiden Läufer mit den violetten Luftballons, die bei 3:45 h einlaufen würden. Hier nahmen meine km-Zeiten deutlich zu, auf etwa 6:00 min/km. Im Ziel waren die Ballons mir 6:30 min voraus. Schließlich erreichten wir die City mit seinen zahlreichen Grachten. Dies bedeutete für uns Läufer allerdings, alle 200 m Brücke rauf, Brücke runter, was mit 35 km in den Beinen nicht mehr ganz so mühelos zu bewältigen ist. Bei km 38 kommt begegneten wir wieder dem Rijksmuseum, doch diesmal ging nicht hindurch, sondern weiter in den Vondelpark, und hier hatte nun das 40km-Schild Gültigkeit. Dort befsnd sich die letzte Verpflegungsstelle zur Stärkung, wer allerdings während des Marathons auf warme Getränke oder feste Nahrung gehofft hatte, wurde auch hier enttäuscht. Außer Wasser und (den mit lauten "AA"-Rufen angepriesenen) Iso Drinks gab es keine Auswahl. Noch 2 km in Richtung Olympiastadion und abschließend eine halbe Ehrenrunde über die Tartanbahn unter dem Applaus der mehreren Hundert Zuschauer auf den Sitzplätzen, dann war der Marathon überstanden. Bei mir zeigte die Anzeige 3:53:10 an, was einer Bruttozeit von 3:51:25 entsprach, für jemanden, der einen persönliche Bestzeit von 4:24 h vorzuweisen hatte, gar nicht mal so übel. Der Sieger Benjamin Kosgei (Kenia) kam über 1,5 h vor mir ins Ziel, mit einer Zeit von 2:07:24, was den Ruf Amsterdams als einer der schnellsten Marathonstrecken der Welt wieder einmal untermauerte. Mühsamer als der Marathon selber war der Gang vom Stadion zum Auto, der aufgrund mangelnder Kraft nur mit drei längeren Pausen auf am Weg befindlichen Parkbänken zu bewältigen war, aber dies war dieser Marathon absolut wert. Axel Vehreschild |
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Punkte |
Bewertung |
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Anmeldung |
7 |
45 €, ansonsten reibungslos, unklompiziert und unauffällig |
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Organisation |
7 |
Orientierung vor dem Lauf etwas ungewöhnlich, ansonsten nichts zu beanstanden |
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Wegstrecke |
9 |
meist glatter Asphalt, nur teilweise Pflastersteine und zahlreiche Grachtenbrücken |
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Attraktivität |
8 |
über große Strecken sehenswerte Stadtteile oder an der Amstel, wie ein Stadtmarathon sein soll |
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Schnelligkeit |
10 |
eben, breit und asphaltiert ohne viele Kurven, schneller geht es wohl kaum. |
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Verpflegung |
3 |
nur Wasser und Isodrinks, nichts Warmes und keine feste Nahrung ist doch etwas dürftig |
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Zuschauer |
6 |
manchmal mehr oder weniger auf der Strecke, ähnlich war die Anfeuerung |
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Preise |
7 |
T-Shirt, Medaille und Magazin mit Urkunde per Post, alles in erwartungsgemäßer Qualität |
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Internet-Seite |
4 |
Infos zum Marathon haben Vorrang, aber nicht zum gelaufenen Marathon und optisch mager |
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Teilnehmer |
9 |
etwa 7000, nach dem 1. km freies Laufen, aber nie allein |
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Gesamt |
70 |
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Axel Vehreschild